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Blaulicht Versuchter Mord in Hermannsburger Flüchtlingsunterkunft vor Gericht
Celle Blaulicht Versuchter Mord in Hermannsburger Flüchtlingsunterkunft vor Gericht
16:23 08.08.2017
Von Christopher Menge
Ein 37-Jähriger muss sich vor dem Landgericht Lüneburg für einen versuchten Mord in Hermannsburg verantworten. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Lüneburg

Am Donnerstag (10. August) beginnt um 09.30 Uhr vor der 4. großen Strafkammer des Landgerichts Lüneburg als Schwurgericht das Verfahren wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, er habe am Abend des 18. Februar in Hermannsburg versucht, seinen Mitbewohner heimtückisch zu töten. Nach einem Streit im Laufe des Tages sei der 37-Jährige in das Zimmer seines schlafenden Mitbewohners gegangen und habe diesem mindestens zweimal kräftig mit einem Besenstiel auf den Kopf geschlagen. Gemäß der Anklageschrift habe der Angeklagte den Tod seines Landsmannes dabei billigend in Kauf genommen. Nachdem der Mitbewohner aufgewacht war und sich gewehrt habe, soll der Mann weiterhin mit dem zwischenzeitlich zerborstenen Besenstiel gegen Kopf und Oberkörper geschlagen haben.

"Als der blutende Mitbewohner nach einer kurzen Beruhigung der Lage geäußert hat, dass er Hilfe benötigt, hat der Angeklagte seinen Angriff mit einem Fleischermesser fortgesetzt", heißt es weiter in der Anklageschrift. Auf den ins Treppenhaus laufenden Mitbewohner habe der Angeklagte dann erneut mit dem Besenstiel eingeschlagen, bis ein herbeieilender Dritter den Angriff beendet habe. Das Opfer trug eine tiefe Platzwunde am Kopf sowie Hautverletzungen an Oberkörper und an den Extremitäten sowie eine Schnittwunde am Daumen davon.

Beide Männer waren Mitte 2015 als Flüchtlinge eingereist und wurden in der Unterkunft in Hermannsburg untergebracht. Am ersten Verhandlungstag sind sieben, am zweiten drei Zeugen geladen. Darüber hinaus hat die Kammer drei Sachverständige hinzugezogen. Die Fortsetzungstermine sind für die kommende Woche terminiert.