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Blaulicht Vorwürfe gegen Celler Polizei im Fall des Kinderkrankenpflegers aus Hildesheim
Celle Blaulicht Vorwürfe gegen Celler Polizei im Fall des Kinderkrankenpflegers aus Hildesheim
19:05 26.09.2013
Von Christopher Menge
Celle Stadt

Wenn die Polizei Celle im Fall des wegen sexuellen Missbrauchs verurteilten Kinderkrankenpflegers aus Hildesheim schneller ermittelt hätte, hätten Straftaten verhindert werden können – so der schwere Vorwurf des NDR Landesmagazins "Hallo Niedersachsen". Fest steht: Die sichergestellten Beweismittel lagerten fast ein Jahr bei Behörden, bevor mit der systematischen Auswertung begonnen wurde. In dieser Zeit beging Marc R. mindestens zwei weitere Straftaten im Klinikum Hildesheim. Sie waren neben zahlreichen weiteren Fällen Grundlage der Verurteilung zu neuneinhalb Jahren Haft wegen Vergewaltigung, schwerem Missbrauch und Körperverletzung vor dem Landgericht Hildesheim.

Bei einer Hausdurchsuchung waren bereits am 30. März 2012 sämtliche Beweismittel sichergestellt worden. Aus Aktenvermerken geht nach Informationen des NDR hervor, dass sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft im Juli 2012 mit „schwerwiegenderen Sexualdelikten“ rechneten. Erst im März 2013 wertete die Polizei Celle die Datenträger aus. Dabei fand sie weitere Videos und Fotos aus dem Klinikum Hildesheim, auf denen sich Marc R. an Kindern und Frauen sexuell verging. Daraufhin wurde der Kinderkrankenpfleger am 6. März 2013 festgenommen.

Nach NDR-Informationen wurden in der Polizeiinspektion Celle bei der internen Aufarbeitung bereits personelle und arbeitsorganisatorische Konsequenzen gezogen. Detaillierte Angaben konnte die Pressesprecherin Wiebke Hennig von der zuständigen Polizeidirektion Lüneburg dazu gestern aber nicht machen. Sie betonte aber, dass das Ursprungsdelikt, das zu den Ermittlungen geführt hatte, niedriger gewesen sei (Missbrauch von Titeln und Körperverletzung). Nur deswegen sei die Priorität auf andere Fälle gelegt worden.