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Blaulicht "Weißer Ring" Celle warnt vor raffinierten Tätern im Netz
Celle Blaulicht "Weißer Ring" Celle warnt vor raffinierten Tätern im Netz
17:45 21.03.2018
Von Dagny Siebke
ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Frau versucht sich am 06.06.2012 in Berlin vor der Gewalt eines Mannes zu schützen. Die Kriminalitätsopfer-Organisation Weißer Ring hat deutlich mehr Anstrengungen gegen häusliche Gewalt und deren Tabuisierung gefordert. Nach Angaben des Weißen Ringes werden 98,4 Prozent aller Fälle in Mecklenburg-Vorpommern von den Betroffenen oder ihrem Umfeld nicht angezeigt. Foto: Maurizio Gambarini/dpa (zu lmv „Weißer Ring fordert Aufschrei gegen häusliche Gewalt“ vom 05.12.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: Maurizio Gambarini
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Im Jahr 2017 konnte den Opfern in 104 Fällen bei der Bewältigung der Tatfolgen geholfen, sei es durch die Vermittlung von Therapeuten oder Rechtsanwälten. "Wir haben im vergangenen Jahr Opfern, die tatbedingt in eine finanzielle Notlage gebracht wurden, auch finanziell helfen können. Es wurden etwa 13.000 Euro für Notfälle ausgegeben", erläutert Anne Wycisk. Bei einer Informationsveranstaltung in Hermannsburg stand das Thema „Cybermobbing“ im Vordergrund.

Laut einer repräsentativen Untersuchung des Digitalverbandes Bitkom ist bereits fast jeder zweite deutsche Internetnutzer (49 Prozent) schon zum Opfer von Internetkriminalität geworden. Die Maschen der Täter, die im Netz ihre Identität verschleiern können, sind vielseitig: Sie infizieren Computer mit Schadprogrammen, betrügen bei Online-Geschäften, greifen Bankdaten ab oder drohen mit hochgeladenen Bildern und Videos. Durch die weltweiten Vernetzungsmöglichkeiten des Internets müssen sich die Täter für ihre Tat gar nicht in Deutschland befinden. Fast die Hälfte aller von Internetkriminalität Betroffenen trägt der Bitkom-Studie zufolge finanziellen Schaden davon. Sie müssen beispielsweise teure Reparaturdienste oder Rechtsberatungen zahlen.

„Nicht vergessen werden dürfen die psychischen Belastungen, unter denen Opfer leiden“, sagt Anne Wycisk. „Betroffene fühlen sich machtlos und Tätern schutzlos ausgeliefert.“ Häufig würden sie wieder erneut zu Opfern, da Täter kompromittierendes und erpresserisches Material nicht löschten, sondern es stattdessen immer wieder gegen sie verwenden könnten, so Anne Wycisk weiter. Dazu komme bei vielen die Scham, überhaupt auf einen Online-Betrüger hereingefallen zu sein. Auch Resignation spiele eine Rolle: Oftmals würden Betroffene denken, dass die Täter sowieso nicht ermittelt werden könnten. Daher würde auch keine Anzeige erstattet. Wycisk betont aber: „Wer Opfer von Internetkriminalität wird, muss sich nicht schämen. Täter arbeiten mit raffinierten Methoden.“

Der "Weiße Ring" möchte Betroffene ermutigen, sich Hilfe zu holen: bei Vertrauenspersonen, bei der Polizei oder beim "Weißen Ring" selbst. „Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz. Dennoch können Internetnutzer etwas für die eigene Sicherheit tun“, sagt Anne Wycisk. Sie rät dazu, aktuelle Virenscanner und zusätzliche Sicherheitssoftware wie Firewalls zu nutzen. Betriebssysteme der Rechner, Smartphones und Tablets sollten stets mit neuen Updates des Herstellers versehen sein. Gleiche Passwörter sollten nicht mehrmals für unterschiedliche Zugänge wie E-Mail-Programme und soziale Netzwerke verwendet und regelmäßig gewechselt werden.

„Wichtig ist auch das eigene Verhalten im Netz“, so Anne Wycisk. Mit eigenen Daten wie Fotos, Adressen und Telefonnummern sollte zurückhaltend umgegangen werden.

Sowohl am Montagmittag und am Dienstagmorgen erhielt eine 88 Jahre - alte Frau aus Wienhausen Anrufe eines unbekannten Betrügers. - In den Anrufen teilte der Anrufer mit, dass sie bei einem Gewinnspiel - einen fünfstelligen Euro-Geldbetrag gewonnen habe. - Um den Gewinn zu erhalten, müsse sie zunächst 900 Euro als - Überbringungsgeld bereitstellen. - Die alte Dame wurde jedoch zu Recht misstrauisch und informierte ihre - Tochter aus Hannover.

21.03.2018