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Blaulicht Weniger Unfälle durch Raserei im Kreis Celle
Celle Blaulicht Weniger Unfälle durch Raserei im Kreis Celle
04:06 14.02.2018
Von Simon Ziegler
Quelle: Alex Sorokin
Landkreis Celle

Oft, immer noch zu oft heißt es in Polizeiberichten: „Vermutlich wegen nicht angepasster Geschwindigkeit verlor der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug". 131 Verkehrsunfälle registrierte die Polizei 2017 wegen überhöhter Geschwindigkeit. Die meisten davon geschahen auf den Landstraßen des Landkreises. Die Folgen sind oft gravierend.

131, das ist immer noch eine hohe Zahl, aber die Arbeit von Landkreis, Straßenbehörden und Polizei beim Thema Verkehrssicherheit trage Früchte, sagt Landkreis-Sprecher Tore Harmening. So seien die Zahlen in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen. 2013 waren es noch 181 Unfälle infolge von überhöhter Geschwindigkeit. Unfallschwerpunkte sind die B191 Richtung Eschede, die B3 auf gesamter Länge und die L180 zwischen Celle und Winsen. Auch die Zahl der tödlichen Unfälle geht zurück.

„Das Rezept gegen Raser ist eine Mischung aus Kontrolle und dem Ausbau der Sicherheitsstruktur", erklärt Bernd Janz, Leiter des Straßenverkehrsamtes. Insgesamt hat der Landkreis 2016 rund 47.000 Autofahrer beim zu schnellen Fahren ertappt. Rund 2,1 Millionen Euro wurden eingenommen. Allerdings sei das keine Haupteinnahmequelle für den Kreis, sondern geschehe vor allem unter dem Sicherheitsaspekt. Denn alleine das Personal, ein Team von 14 Personen, koste im Jahr rund 960.000 Euro. Dazu kommen die Kosten, um stationäre Messpunkte einzurichten, Geräte anzuschaffen oder veraltete Technik zu ersetzen. Die beläuft sich im Jahr noch einmal auf rund 70.000 Euro. "Bei einem Haushalt des Kreises mit Einnahmen von über 300 Millionen Euro sind die Einnahmen aus diesem Bereich vergleichsweise gering", so Harmening.

Auf den Straßen wird weiter in die Sicherheit investiert. Auf Empfehlung der Unfallkommission, in der neben dem Landkreis die Polizei und die Straßenbaubehörden einen Sitz haben, wurden zum Beispiel zahlreiche Leitplanken installiert, die im Ernstfall verhindern, dass ein Auto in den Seitenraum gerät. „Auf Bundes- und Landesstraßen wurden 2017 etwa 1,1 Millionen Euro für Leitplanken ausgegeben", sagt Thorsten Wallheinke, der neue Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizei Celle.

Messpunkte werden dabei nicht willkürlich gewählt, sondern durch die Verkehrsunfallkommission festgelegt. Im Fokus stehen Unfallschwer- und Gefahrenpunkte. Diese legt die Kommission anhand der erhobenen Daten der Unfallstatistik fest. Neben den Gefahrenpunkten wird auch im direkten Umfeld von Schulen und Kindergärten und verstärkt zum Schuljahresbeginn an den Grundschulen kontrolliert. Dort werden jährlich etwa 150 Messungen durchgeführt.

Änderungen der Messpunkte ergeben sich durch neue Erkenntnisse oder Anregungen von Bürgern. Diese werden nach Abstimmung mit der Polizei und im Stadtgebiet mit der Stadt Celle umgesetzt. „Die Unfallzahlen nehmen an den bereits festgestellten Unfallschwerpunkten deutlich ab", sagt Bernd Janz.

Der Landkreis Celle verfügt neben drei mobilen Messeinrichtungen über neun Geschwindigkeitsmessanlagen und zwei Rotlichtblitzer. An welchen Orten die mobilen Messungen geplant sind, erfahren Interessierte jeden Tag in der Celleschen Zeitung sowie über den Facebook-Auftritt der CZ.

Dazu kommt: Im Landkreis gibt es mehrere Blitzer, die nie blitzen. In Unterlüß, in Eldingen oder an der B3 in Richtung Bergen sind "leere" Starenkäste stationiert. Die Blitzer-Attrappen haben ausschließlich eine psychologische Wirkung – ähnlich den digitalen Anzeigetafeln, die Autofahrern ihr tatsächliches Tempo vor Augen führen.

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