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Blaulicht Wenn das Fahrrad verschwunden ist: "Diebstahl sofort anzeigen"
Celle Blaulicht Wenn das Fahrrad verschwunden ist: "Diebstahl sofort anzeigen"
21:28 10.03.2015
Ganz verhindern lassen sich Fahrraddiebstähle nicht - aber mit guten Schlössern und einer Codierung am Rahmen können Radler Kriminellen das Leben so schwer wie möglich machen.  Quelle: Kai Remmers
Celle Stadt

Abends kurz vor Ladenschluss am Einkaufszentrum: Jetzt noch eine Tüte Milch holen? Schnell wird das Schloss um den Fahrradreifen geschwungen. Auch nach gerade mal fünf Minuten Einkaufszeit ist das vermeintlich gesicherte Rad verschwunden und mit ihm noch zwei weitere Drahtesel. Die Besitzer schütteln nur ungläubig den Kopf. „Wahrscheinlich hat sie jemand, wie sie sind, aufgeladen und wegtransportiert“, sagt Uwe Geyler von der Polizei Celle. Er ist der Beauftragte für Kriminalprävention. In diesem Fall kann nur noch Anzeige bei der Polizei gestellt werden – entweder persönlich am nächsten Werktag oder im Internet bei der Online-Wache, auf jeden Fall innerhalb von 48 Stunden.

Rund 1000 Fahrräder werden jährlich in Stadt und Landkreis Celle gestohlen. Wer von der Versicherung Geld wiedersehen möchte, braucht das Aktenzeichen der Diebstahlanzeige als Beweis. In der Regel zahlt die Versicherung nur dann, wenn das Fahrrad ordnungsgemäß gesichert war oder aus der Wohnung, dem abgeschlossenen Keller oder der verschlossenen Garage entwendet wurde.

Um dessen Verbleib zu ermitteln, braucht die Polizei genaueste Angaben zum Fahrrad: Modell, Rahmenhöhe, Farbe, Gangschaltung, Wert. Am besten werden diese mit Kauf-, Reparaturbelegen und Foto ergänzt. Einfache Beschreibungen helfen nicht. Viele in Deutschland verkaufte Fahrräder tragen eine Rahmennummer. Einige dieser Daten werden aber auch erfasst, wenn das Fahrrad mit den Besitzerdaten bei der Polizei registriert wird. Die nächste Gelegenheit dazu ist am Dienstag, 21. April, bei der Polizeidirektion Celle, Jägerstraße 1. „Wenn es irgendwo in Niedersachsen auftaucht, bekommt es das Opfer wieder“, sagt Geyler. Der auffällig grüne Aufkleber von der kostenlosen Registrierung dient außerdem zur Abschreckung von Dieben.

Damit ein Fahrrad gar nicht erst in Diebeshände gerät, erklärt Geyler, was beim Kauf und beim Anschließen zu beachten ist. „Es wird da gestohlen, wo viele Fahrräder stehen“, sagt Geyler. In der Stadt meint er damit vor allem die Fahrradständer am Bahnhof und vor der Stadtbibliothek. An diesen Stellen ist schwer zu sehen, welches Rad zu wem gehört. Kriminelle können sich hier einfach auf die Lauer legen und Besitzer hochwertiger Fahrräder beobachten.

Beim Kauf eines Fahrrades darf nicht am Schloss gespart werden, sagt Geyler. Der Wert solle zehn Prozent des Radpreises betragen. Nur besonders massive Bügel- oder Panzerkabelschlösser bieten die größte Sicherheit. Ungeeignet sind dünne Ketten- oder Spiral-Kabelschlösser – diese können mit Kombizange oder Seitenschneider einfach geknackt werden. Auch Schlösser, die lediglich die Räder blockieren, sind nicht sicher, da Diebe das Fahrrad einfach wegtragen können.

Wichtig ist auch, dass das Fahrrad immer an einem festen Gegenstand angeschlossen wird. Dazu eignen sich Laternenpfahl und Fahrradständer. Auch in Fahrradabstellräumen sollten Räder angeschlossen werden. Fahrradregistrierung auch unter www.speichenkommissar.de.

Von Dagny Rößler