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Blaulicht Winser Vergewaltiger kommt vor Gericht
Celle Blaulicht Winser Vergewaltiger kommt vor Gericht
16:54 14.10.2016
Von Carsten Richter
Quelle: Philipp Schulze
Winsen (Aller)

2011, also gut drei Jahre später, wurden die Gewalttaten angezeigt, 2014 kam es zur Anklage. Der ungewöhnlich lange Zeitraum zwischen der Tatzeitpunkt und Prozess hat mehrere Gründe. Nicht für alle aber hat Nicolas Vollersen, stellvertretender Pressesprecher des Landgerichts, eine Erklärung. „Die Geschädigte sah offenbar keinen Anlass, ihren damaligen Partner anzuzeigen.“ Genaue Gründe dafür konnte er auf Anfrage der Celleschen Zeitung nicht benennen. Erst im Zuge eines Ermittlungsverfahrens gegen den heute 56-jährigen Angeklagten seien die Straftaten ans Tageslicht gekommen. Eine spätere Lebensgefährtin des mutmaßlichen Vergewaltigers habe die Vorkommnisse erwähnt – sie ist im Prozess, der am kommenden Dienstag beginnt, als Zeugin geladen.

Auffällig ist allerdings nicht nur die lange Zeit bis zur Anzeige. Wiederum drei Jahre vergingen bis zur Anklage. Hier hätte die Erstellung wichtiger Gutachten eine Rolle gespielt, erklärt Vollersen. Nun, fast neun Jahre nach der ersten Vergewaltigung, sitzt der Täter auf der Anklagebank. „Wegen Krankheit des Angeklagten musste der Prozessauftakt immer wieder verschoben werden“, so der Gerichtssprecher.

Einzelheiten zu den Personalien von Täter und Opfer ließen sich vor Verhandlungsbeginn durch die Pressestelle nicht in Erfahrung bringen. „Es handelte sich offensichtlich um eine langjährige Beziehung, in der es immer wieder zu Streitigkeiten kam, die in Richtung Gewalt gingen“, sagt Vollersen. Wie aber der persönliche und strafrechtliche „Werdegang“ des Angeklagten ist und warum die von ihm vergewaltigte Lebensgefährtin ihren Peiniger nicht schon früher angezeigt hat, wird erst die öffentliche Verhandlung ergeben.

Für nähere Erkenntnisse hofft das Gericht besonders auf die Aussage von Zeugen. Fünf sind allein für den ersten Verhandlungstermin geladen, darunter eine Kriminalkommissarin, Bekannte des Paares sowie die frühere Ehefrau des 56-Jährigen. Auch die Geschädigte selbst sagt aus. Dem Angeklagten droht laut Vollersen eine mehrjährige Freiheitsstrafe.