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Blaulicht Wollte Celler Geschäftsmann zweimal kassieren?
Celle Blaulicht Wollte Celler Geschäftsmann zweimal kassieren?
07:47 06.02.2014
Von Christopher Menge
Eckart Lankenau hat den Unfall seiner Tochter genau dokumentiert. Quelle: Christopher Menge
Celle

Es ist Winter. Es ist neblig. Es ist dunkel. Sebastian Winkel möchte auf einem in der Fritzenwiese hinter dem Nordwall-Parkhaus gelegenen Parkplatz ausparken. Er setzt zurück, fährt gegen eine Standsäule der Schrankenanlage und eine daneben stehende Laterne. Das Licht geht aus – die Schranke funktioniert nicht mehr. Kurze Zeit später kommt ein Auszubildender des Celler Geschäfts vorbei, dessen Besitzer der Parkplatz gehört. Er stellt die Funktionalität der Schranke wieder her.

Dieser Vorfall ereignete sich am 14. Dezember 2012 und beschäftigt derzeit das Celler Amtsgericht. Denn sieben Tage zuvor war bereits Nicole Lankenau beim Ausparken gegen die gleiche Standsäule gefahren. An beide Unfallverursacher wurde am 21. Dezember 2012 der gleiche Kostenvoranschlag der Firma des Parkplatz-Besitzers über 5635,04 Euro geschickt. Die komplette Säule sollte ausgetauscht werden.

Jetzt ist der Geschäftsmann wegen versuchten Betruges angeklagt. Eckard Lankenau, der Vater von Nicole, traute der ganzen Sache nämlich nicht und holte sich eigene Angebote ein. Ein Walsroder Ingenieurbüro schätzte die Kosten für die Reparatur auf 1199,52 Euro und legte ein Angebot für ein neues Terminal über 3040,45 Euro vor. Die Celler Firma antwortete wiederum mit einem neuen Kostenvorschlag – dieses Mal von einer fremden Firma aus Groß Hehlen. Auch dieser Kostenvoranschlag über 6244,88 Euro vom 24. Januar 2013 wurde nicht nur an Lankenau, sondern zeitgleich an Winkel verschickt.

Das Celler Amtsgericht muss nun klären, inwiefern sich der Celler Geschäftsmann strafbar gemacht hat. Da der ehemalige Auszubildende des Celler Geschäfts zum Gerichtstermin am Mittwoch nicht erschien, wurde die Hauptverhandlung vertagt.