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Blaulicht "Zickereien" mit Nachbarin kosten 63-jährigen Celler 150 Euro
Celle Blaulicht "Zickereien" mit Nachbarin kosten 63-jährigen Celler 150 Euro
15:53 06.04.2016
Celle Stadt

„Der Ausspruch war nicht gegen meine Nachbarin gerichtet“, gab der angeklagte Celler Horst S. in einem Teilgeständnis zu Gerichtsprotokoll. Er habe ihn "nur so vor sich hin gemurmelt". Die ihn oft als „Schwein“ Bezeichnende und manchmal auch mit Knüppel oder Schaufel Bewaffnete habe nämlich am Vortag "mal wieder" einfach so Beleidigungen vom Stapel gelassen. Deshalb habe er sie zur Rede gestellt. Anstatt sich zu entschuldigen habe die 52-Jährige ihn aufgefordert, sie zu schlagen. Beim Weitergehen habe er dann „olle Zicke“ gesagt.

Die Geschädigte machte belastende Angaben zur Begegnung mit dem Angeklagten von Mitte August. „Ich las im Garten ein Buch, als der das Wegerecht Nutzende sein Rad durch meinen Hof schob und mich grundlos beschimpfte“, schilderte die Zeugin die Anbahnung aus ihrer Sicht. Im Verlauf der verbalen Auseinandersetzung habe er dann das Fahrrad gegen ihr Knie gerammt und ihr auch noch seinen Ellbogen an die Kehle gedrückt. Seine Ehefrau habe sie nicht beleidigt, hieß es. Sie habe sie lediglich auf ihre Alkoholfahne aufmerksam gemacht.

Neben Beleidigung konnten dem angeklagten Frührentner keine tätlichen Übergriffe nachgewiesen werden. Nach Erkenntnis des Gerichts sind die Fronten zwischen ihm und der Arbeit suchenden Nachbarin schon seit Jahren verhärtet. Sämtliche Schlichtungsversuche im Bezug auf vorangegangene Auseinandersetzungen wegen Haustierhaltung, Grundstücksabgrenzung oder Mülltonnenstandort, die sogar vor dem Schlichtungsrichter verhandelt worden waren, hatten bislang nicht zur Einigung geführt.

Von Anke Prause