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Blaulicht Zwölf Verkehrstote in 2012
Celle Blaulicht Zwölf Verkehrstote in 2012
17:56 10.04.2013
Von Gunther Meinrenken
Quelle: CZ
Celle Stadt

Die Zahl der Verkehrstoten hat sich im Landkreis Celle auf einem vergleichsweise geringen Niveau eingependelt. Im vergangenen Jahr sind auf den Straßen der Region zwölf Personen tödlich verunglückt. Das teilte die Celler Polizei gestern, 12. April 2012, bei der Vorstellung der Unfallstatistik für 2012 mit. Zum Vergleich: 2011 starben acht Menschen bei Verkehrsunfällen im Landkreis, 2010 waren es 13.

Insgesamt hat sich nach einem Einbruch im vergangenen Jahr die Anzahl der Verkehrsunfälle von 3700 auf 4031 erhöht. In 700 Fällen wurden Menschen verletzt, 102 davon schwer. Dennoch ist dieser Wert der niedrigste, der seit Erhebung der Daten gemessen wurde.

„Sorgen macht uns die Tatsache, dass die Zahl der an Unfällen beteiligten Kinder so hoch war wie noch nie“, sagte Celles Polizeichef Eckart Pfeiffer. 128 Unfallopfer bis 14 Jahren gab es in 2012, ein Kind wurde dabei getötet, fünf schwer verletzt und 92 leicht verletzt, gab der Verkehrssicherheitsexperte der Celler Polizei, Karl-Heinz Kroll, bekannt. 2010 waren nur 89 Kinder an Verkehrsunfällen beteiligt.

Mögliche Ursache: Die Kinder sind unachtsamer, wenn sie mit dem Fahrrad unterwegs sind, hier sind die Unfallzahlen in ihrer Altersgruppe von 59 auf 79 im Vergleich zu 2011 angestiegen. Bei der Verkehrsunfallkommission und der Polizei setzt man auf Prävention, so gibt es Überlegungen, ob die Kontaktbeamten künftig verstärkt Aufklärungsarbeit in Kindergärten übernehmen.

Überhaupt bereiten der Celler Polizei die Fahrradfahrer Kopfzerbrechen. Zwischen 2010 und 2012 ist die Zahl der Fahrradunfälle um 38 Prozent angestiegen, von 254 auf 351. Oft sind die Radler schuld an den Zusammenstößen und sie sind auch die Leidtragenden. Der Anteil der verunglückten Radfahrer an den Schwerverletzten und Getöten liegt überproportional hoch bei 29 Prozent.

Die Fahrradfahrer, die nicht immer die Verkehrsregeln einhalten, müssen sich auf stärkere Kontrollen einstellen. In den kommenden Monaten seien Aktionen geplant. „Zur warmen Jahreszeit werden wir außerdem Beamte im Einsatz haben, die mit dem Fahrrad Streife fahren“, kündigte Pfeiffer an. Verkehrsrowdys auf zwei Rädern können so nicht so einfach entkommen.

Einen starken Anstieg verzeichnete die Polizeiinspektion Celle ebenfalls bei der Unfallflucht. Mit 967 Fällen liegt die Zahl der Autofahrer, die sich nach einem Unfall aus dem Staub gemacht haben, um 86 höher als im vergangenen Jahr. Zwar liegt die Aufklärungsquote mit 44,16 Prozent etwa 1,5 Prozent über dem Landesdurchschnitt, 540 Delikte blieben allerdings unaufgeklärt. Bequemlichkeit, Zeitnot, Alkohol oder die Sorge um den Schadensfreiheitrabatt lässt Celles Polizeichef als Ausrede nicht gelten. „Alle sind pflichtversichert, nach einem Unfall die Verantwortung zu übernehmen, auch wenn es nur ein Bagatellschaden ist, ist eine Charakterfrage“, stellte Pfeiffer fest.

Konstant steigen seit Jahren die Wildunfälle im Landkreis an. Trotz aller erdenklicher Gegenmaßnahmen belaufen sie sich mittlerweile mit 998 Vorfällen auf fast ein Viertel aller Verkehrsunfälle. Allein im vergangenen Jahr haben die Wildunfälle um fast 100 im gesamten Landkreis zugenommen.