Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Gericht Angeklagter reagiert mit Erleichterung
Celle Gericht Angeklagter reagiert mit Erleichterung
11:23 21.09.2018
Celle

Der angeklagte junge Mann aus Celle hatte bereits neun Eintragungen im Zentralregister und war sowohl für die Polizei als auch für das Gericht kein Unbekannter. Seine Straftaten verliefen häufig nach dem gleichen Muster: Zwei oder drei Täter verübten gemeinsam Einbrüche in kleinere Firmen im Landkreis, nahmen mit, was ihnen wertvoll erschien, und verhökerten es. Somit verschafften die Täter sich Geld für Drogen und Alkohol.

Der 24-Jährige jedoch hat nach den beiden Einbrüchen im Herbst des Jahres 2016 für sich beschlossen, sein Leben zu ändern. „Durch mein unsägliches Verhalten habe ich mir alles zerstört“, so der Täter. Die Beziehung zur Mutter seines ersten Kindes und danach die zur Mutter seines zweiten Kindes wurde durch seinen Lebenswandel beendet. Offensichtlich hat der Angeklagte darunter gelitten.

Bei den Ermittlungen der beiden letzten Einbruchdiebstähle war er geständig und kooperierte mit den Ermittlungsbehörden. Gleichzeitig versuchte er, den Kontakt zu seinen Kindern wiederherzustellen und die Beziehung zur Mutter seines ersten Kindes wiederaufzubauen. Er meinte es ernst mit seinem neuen Lebenswandel und suchte Arbeit.

Das Verhalten und die Schilderungen des Angeklagten und seines Verteidigers blieben sowohl bei der Richterin als auch beim Staatsanwalt nicht ohne Eindruck. In seinem Plädoyer blieb der Staatsanwalt zwar bei seiner Anklage „Diebstahl mit Waffe“, jedoch wurde die Tat als „minderschwer“ bewertet. Das Geständnis, die Kooperation mit den Ermittlungsbehörden sowie die eingeschlagene neue Lebensweise veranlassten die Staatsanwaltschaft, für beide Taten insgesamt zwölf Monate Freiheitsstrafe zu fordern. Diese Strafe soll zur dreijährigen Bewährung ausgesetzt werden. So hat der Angeklagte genügend Zeit, um zu beweisen, dass er sich geändert hat.

Die Verteidigung signalisierte Einverständnis. Die Richterin sprach danach ihr Urteil: „Der Angeklagte wird zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten verurteilt. Aufgrund der positiven Sozialprognose und der nachweislichen Änderung seines Lebenswandels ist die Strafe mit einer dreijährigen Bewährung auszusetzen.“ Den geldwerten Schaden in Höhe von 860 Euro muss er zurückzahlen, außerdem besteht Meldepflicht.

Sichtlich erleichtert nahm der Angeklagte das Urteil an, verzichtete auf Rechtsmittel, und somit ist das Urteil rechtskräftig.

Von Günther Borchers

Gericht Prozess wegen Betrugs - Armut schützt vor Strafe nicht

Vor dem Amtsgericht Celle musste sich eine Rentnerin aus Winsen verantworten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet „Betrug“.

17.09.2018
Gericht Wohnungsloser verurteilt - Schwarzfahrer muss ins Gefängnis

Bereits 31 Mal ist er beim Schwarzfahren erwischt worden. Doch der Celler änderte sein Verhalten nicht. Das wurde ihm jetzt zum Verhängnis. Urteil des Amtsgerichts: ein Jahr und vier Monate Gefängnis.

03.09.2018

Weil er immer wieder Sachbeschädigungen begangen hat, musste sich jetzt ein 15-Jähriger vor dem Amtsgericht Celle verantworten. Er erhielt eine Strafe, die zur Bewährung ausgesetzt worden ist.

22.08.2018