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Aus dem Landkreis Weniger Jugendliche im Krankenhaus
Celler Land Aus dem Landkreis Weniger Jugendliche im Krankenhaus
14:30 26.12.2018
Von Carsten Richter
Jugendliche und Alkohol, das bleibt eine gefährliche Mischung. Celler Experten sehen weiterhin großen Handlungsbedarf. Quelle: Jens Büttner
Celle

Weniger Kinder und Jugendliche im Landkreis Celle landen wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Das teilte die Krankenkasse DAK-Gesundheit mit. Im Jahr 2017 wurden demzufolge 50 Kinder und Jugendliche wegen Alkoholmissbrauchs in einer Klinik behandelt. Im Vergleich zu 2016 sank die Zahl der Betroffenen damit um 9,5 Prozent. Anlass zur Entwarnung also? Mitnichten, wie DAK und die Psychosoziale Beratungsstelle der Diakonie Celle betonen. Besondere Sorge bereitet Experten der Alkoholkonsum bei jüngeren Mädchen und Jungen. „Alkohol wirkt auf junge Menschen schneller, stärker und länger als auf Erwachsene. Deshalb ist das Komasaufen bei Jugendlichen eine gefährliche Tatsache", sagt Sascha Teifel von der DAK-Gesundheit in Celle.

Jugendschutz mehr beachtet

Beraterin Jutta Krumbach von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention der Celler Psychosozialen Beratungsstelle begrüßt die "erfreulich rückläufigen Zahlen". Sie bewertet den Rückgang als Zeichen dafür, dass die Arbeit der Experten in Celle Wirkung zeige. "Jugendschutz wird in Stadt und Landkreis Celle heute erkennbar mehr beachtet als in früheren Jahren", sagt Krumbach. Allerdings hält sie den Umkehrschluss, dass Jugendliche weniger Alkohol trinken, für fragwürdig. "Die Jugendlichen gehen bewusster mit Krisen auf Partys um und handeln eher."

Komasaufen gibt es nach wie vor

Komasaufen sei gleichwohl nach wie vor ein Thema. "Auf privaten Partys gibt es das noch immer. Jugendliche treffen sich, um den Alkohol und seine Wirkung auszutesten. Hierbei geht es nicht um Genuss", sagt Krumbach. Das Jugendschutzgesetz werde vom Einzelhandel, von Gaststätten und Festveranstaltern gut eingehalten. Kinder und Jugendliche kommen demnach nur über Erwachsene an Alkohol. Krumbach weist jedoch auf das beliebte "Vorglühen" vor der Feier oder dem Diskobesuch hin.

Aufklärung in Schulen und bei Festen

Seit etwa acht Jahren gibt es im Landkreis Celle mit dem Präventionsansatz "HaLT – Hart am Limit" eine nach Krumbachs Worten "effektive Antwort" auf den nach wie vor riskanten Alkoholkonsum junger Menschen. Unter Beteiligung von Stadt, Landkreis, Allgemeinem Krankenhaus, Polizei und der Psychosozialen Beratungsstelle arbeiten Experten unter anderem mit den Berufsbildenden Schulen zusammen. Auch bei Sportfesten oder anderen Veranstaltungen werde präventiv über die Folgen des Alkohols aufgeklärt, so Krumbach. Bei Weihnachtsmärkten oder Schützenfesten werde zudem auf die Einhaltung des Jugendschutzes geachtet.

Familien an Prävention beteiligen

"Unser gemeinsames Ziel bleibt es, "HaLT" weiter zu etablieren, damit insbesondere auch die Menschen angesprochen werden, die direkt betroffen sind", sagt Krumbach. "Wir wollen über die Vorbildfunktion der Erwachsenen aufklären. Die direkte Beteiligung der Familien an der Präventionsarbeit sehen wir als große Herausforderung für die Zukunft", so die Suchtberaterin.

Direkte Gespräche im Krankenhaus

Wird ein Jugendlicher wegen Alkoholmissbrauchs im Krankenhaus behandelt, werden Experten der Psychosozialen Beratungsstelle benachrichtigt – sofern der Patient als auch seine Eltern ihr Einverständnis gegeben haben. "Sie suchen dann den Jugendlichen für ein Brückengespräch in der Klinik auf", erklärt Krumbach. In den Gespräch werde unter anderem die Situation geklärt, die zur Alkoholvergiftung geführt hat, und über das Risikoverhalten informiert.

Kampagne wird fortgesetzt

Derweil setzt die DAK im kommenden Jahr ihre Kampagne "Bunt statt blau" fort. Sie besteht dann seit zehn Jahren im Landkreis Celle. Bei einem bundesweiten Wettbewerb werden Schüler zwischen 12 und 17 Jahren aufgerufen, mit Plakaten kreative Botschaften gegen das Komasaufen zu entwickeln. Auch die Schulen wurden angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen.

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