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Aus dem Landkreis Aller als Tourismuswasserstraße?
Celler Land Aus dem Landkreis Aller als Tourismuswasserstraße?
14:59 17.06.2011
Von Christoph Zimmer
Otte mit Scheurle Quelle: nicht zugewiesen
Landkreis Celle

Die Aller soll als Tourismuswasserstraße eingestuft werden. Dafür hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte in einem Gespräch mit dem Staatssekretär Klaus-Dieter Scheurle im Bundesverkehrsministerium geworben. Er wird von Politik, Vereinen und Wirtschaft unterstützt, weiter in den Fluss zu investieren und ihn nicht sich selbst zu überlassen. Die Bundesregierung will die Aller von einer Bundeswasserstraße zu einer als Restwasserstraße herabstufen. Das würde das Ende der finanziellen Hilfe durch den Bund bedeuten - und das Aus für die Flussschifffahrt. Hintergrund sind anstehende Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Aller von Celle bis Verden in Höhe von knapp 40 Millionen Euro.

Die Folgen wären dramatisch, wenn die Aller herabgestuft werden sollte. Denn wenn die Schleusen nicht mehr funktionieren und die immer wieder versandende Fahrrinne nicht ausgebaggert werden sollte, wäre eine Flussschifffahrt nicht mehr möglich. „Das wollen wir unbedingt verhindern“, sagt Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD). Er hat den zuständigen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nach Celle eingeladen, um ihm vor Ort deutlich zu machen, wie wichtig die Aller für die Region ist - und eine Absage bekommen. Gemeinsam mit den anderen betroffenen Kommunen will er nun noch einmal auf die Bedeutung der Aller für den Tourismus aufmerksam machen, „denn die Folgen einer solchen Maßnahme wären nicht absehbar.“

Die Aller ist für den Tourismus und den Wasserspot von besonderer Bedeutung. Auf der Aller von Celle bis Verden fahren knapp 5000 Sportboote, in der Herzogstadt kommen die beiden Fahrgastschiffe „Allernixe“ und „Wappen von Celle“ dazu. 2010 sind knapp 8000 Gäste auf dem Wasserweg bis nach Bannetze gefahren. In dieser Saison werden Besucher im niedrigen fünfstelligen Bereich erwartet. „Wenn die Schleusen stillgelegt und verfallen sollten“, sagt Udo Kosch, der die Fahrgastschifffahrt auf der Aller betreibt, „wäre die Aller in einer Saison versandet. Für unseren Betrieb wäre das das Ende.“

Das Modernisierungskonzept der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes sieht vor, alle Wasserstraßen, deren Güterverkehrsaufkommen im Jahr weniger als 100000 Tonnen beträgt, künftig nur noch als Restwasserstraßen geführt werden. Grundlage hierfür sind neben dem aktuellen Güterverkehrsaufkommen auch die Prognosen für 2025. Da es auf der Aller einen Güterverkehr nicht gibt, würde das das Ende der finanziellen Hilfe durch den Bund bedeuten.

Ende des Monats wird das Bundesministerium den neuen Entwurf des Modernisierungskonzepts in Absprache mit dem Haushaltsausschuss im Verkehrsausschuss vorstellen. Wann die Einordnung endgültig entscheiden wird, ist noch nicht klar. Fristen seien mit dem Modernisierungskonzept der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung nicht verbunden, hieß es aus dem Bundesministerium. Im Gespräch ist aber eine Entscheidung im Herbst.