Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Aus dem Landkreis Angst vor Afrikanischer Schweinepest im Landkreis Celle
Celler Land Aus dem Landkreis Angst vor Afrikanischer Schweinepest im Landkreis Celle
22:04 03.08.2018
Von Simon Ziegler
Landkreis Celle

Die Afrikanische Schweinepest gilt als gefährliche Seuche. Die hochansteckende Krankheit ist vor einigen Jahren erstmals in Osteuropa aufgetreten. Ende Januar 2014 wurde das Virus in Litauen festgestellt, später auch in Lettland, Estland und Polen. Über die Ukraine soll die Seuche jetzt nach Tschechien gekommen sein. Dort wurden dieser Tage Elektrozäune um ein 40 Quadratkilometer großes Gebiet gezogen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Die Afrikanische Schweinepest verläuft für die infizierten Tiere in der Regel tödlich. Seit Beginn des Ausbruchs in Tschechien Ende Juni wurde das Virus in rund 80 Tierkadavern festgestellt. Bei einem Übergriff auf Hausschweine drohen erhebliche wirtschaftliche Schäden, da es keine Impfung gibt. Für den Menschen ist die Tierseuche ungefährlich.

Kreisjägermeister Knoop befürchtet, dass beispielsweise ein Lkw-Fahrer aus Tschechien über verunreinigte Wurstwaren das Virus nach Niedersachsen bringen könnte. Wenn Essensreste weggeworfen werden und Wildschweine diese zu sich nehmen, könnten sie sich mit der Seuche anstecken. Auch Jäger könnten die Afrikanische Schweinepest einschleppen, wenn sie in betroffenen Ländern gejagt haben, sagt Knoop.

Die Schweinehaltung ist für die Celler Landwirte ein bedeutender Faktor. Nach Angaben von Kreislandwirt Jürgen Mente, der selbst 750 Schweine hält, stehen in den Ställen der Bauern mehr als 100.000 Schweine. Mehr als 120 Betriebe würden im Kreisgebiet Mastschweine halten. Dazu kommen 18 Betriebe, die Ferkelaufzucht betreiben. Außerdem steigen die Zahlen beim Schwarzwild. Im Landkreis gibt es Schätzungen zufolge bis zu 10.000 Wildschweine.

"Die Afrikanische Schweinepest war schon immer besorgniserregend. Das hat sich jetzt zugespitzt", sagt Mente. Landwirte seien noch sensibler, dass keine fremden Personen in die Ställe kämen. Wird das Virus eines Tages in einem Stall nachgewiesen, muss der gesamte Bestand gekeult werden. Außerdem würden Schutzzonen eingerichtet. Der Schaden für die Landwirte wäre immens. Mente: "Wir hoffen, dass wir irgendwie davonkommen."