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Aus dem Landkreis Arbeitsmarkt fehlt ein Jahrgang
Celler Land Aus dem Landkreis Arbeitsmarkt fehlt ein Jahrgang
17:55 30.08.2018
Von Simon Ziegler
Quelle: Armin Weigel
Celle

CELLE. Auf Celler Betriebe kommt im Jahr 2020 ein Problem zu: Durch die Umstellung der Gymnasien von acht auf neun Jahre werden im Jahr 2020 im Kreis Celle mehrere hundert Abiturienten fehlen. Die Agentur für Arbeit Celle geht davon aus, dass im Kreis Celle und im Heidekreis 2020 rund 860 Abiturienten dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen werden.

Fachleute raten den Unternehmen dazu, sich früh auf die angespannte Personallage einzustellen. „Betriebe sollten sich schon jetzt auf diese Situation vorbereiten, damit sie auch künftig Auszubildende einstellen können“, rät Sven Rodewald, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Celle. „Es wird zu einem massiven Engpass und entsprechender Konkurrenz kommen, denn mit der Rückkehr der Gymnasien zum Abitur nach neun Jahren fällt nahezu ein Jahrgang aus.“ Zwar werden auch von den Beruflichen Gymnasien Abiturienten sowie Absolventen von den Fachoberschulen erwartet, aber dem Ausbildungsmarkt werden insgesamt erheblich weniger Bewerber zur Verfügung stehen.

Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagenturen und des Jobcenters empfiehlt Betrieben, mehrere Strategien parallel zu verfolgen, um Lücken im Jahr 2020 zu kompensieren. Naheliegend sei es, schon ein Jahr früher, also 2019, zusätzliche Ausbildungsstellen zu schaffen. Auch dann sei schon mit deutlich gestiegener Konkurrenz zu rechnen. Daher sollten Betriebe freie Stellen möglichst frühzeitig der Agentur für Arbeit melden, heißt es.

Daniel Eckardt, Wirtschaftsförderer beim Landkreis Celle, geht davon aus, dass im Jahr 2020 "das ohnehin vorhandene Problem des Fachkräftemangels verschärft" wird. "Betriebe müssen sich überlegen, welche Maßnahmen sie treffen, um Fachkräfte zu gewinnen. Es gelte beispielsweise, mit Familienfreundlichkeit oder flexiblen Arbeitszeitregeln zu punkten. "Betriebe müssen ihre Vorteile darstellen", rät Eckardt.

Celler Betriebe geben sich derzeit aber optimistisch, das Abi-Problem in den Griff zu bekommen. "Wir gehen davon aus, dass wir auch 2020 die benötigten Auszubildenden finden werden", sagt SVO-Sprecherin Christiane Poestges. Die SVO-Gruppe bietet verschiedene Ausbildungszweige an. "Betroffen sind 2020 vier Ausbildungsplätze für Industriekaufleute. Wir erhalten viele Bewerbungen von Abgängern von beruflichen Gymnasien und von anderen Schulformen sowie von Studienabbrechern." Die SVO setze vermehrt auf persönliche Ansprache der Interessenten, "um mit unserer attraktiven Ausbildung und den guten Konditionen zu überzeugen", sagt Poestges.

Entspannt gibt man sich auch bei der Sparkasse. "Durch Praktika oder Berufsmessen lernen wir frühzeitig zukünftige Studenten und Auszubildende kennen", sagt Sprecherin Johanna Crolly. Viele der G8-Absolventen würden zudem ein Jahr Auszeit planen und den Start ihrer beruflichen Karriere verschieben, was den Effekt 2020 abfedere. "Darüber hinaus besucht ein Viertel unserer Studenten und Auszubildenden eines der berufsbildenden Gymnasien, die von der Umstellung nicht betroffen sind. Wir sind insgesamt sehr optimistisch, auch 2020 unsere Ausbildungsplätze mit Top-Bewerbern zu besetzen", so Crolly.

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