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Aus dem Landkreis 50 Bauern fordern Dürre-Hilfe
Celler Land Aus dem Landkreis 50 Bauern fordern Dürre-Hilfe
16:14 19.12.2018
Von Simon Ziegler
Quelle: Patrick Pleul
Celle

Nach dem Rekordsommer und der monatelangen Dürre im Celler Land hat Kreislandwirt Jürgen Mente zum Ende des Jahres eine Bilanz gezogen. Tenor: Es war für die Celler Bauern ein Jahr sehr großer Herausforderungen, doch zumindest haben die Investitionen in das Beregnungssystem das Schlimmste verhindert.

Trotzdem haben 50 Celler Landwirte bei der Landwirtschaftskammer Dürre-Hilfen beantragt. Wahrscheinlich werden nicht alle von ihnen auch tatsächlich finanzielle Unterstützung bekommen, sagt Mente. „Die Auflagen sind hoch. Die Betroffenen müssen 30 Prozent Einnahmeausfälle nachweisen. Und die Existenz des Betriebes muss gefährdet sein“, fasst der Kreislandwirt zusammen. Wie viele der Landwirte tatsächlich Geld bekommen, wird erst kommendes Jahr entschieden. Im Einzelfall sind bis zu 20.000 Euro denkbar.

Regenmenge lokal sehr unterschiedlich

Zwischen April und Oktober hat es in Norddeutschland außergewöhnlich wenig geregnet. Vom zweitheißesten Sommer seit 1881 ist die Rede. Im Raum Bergen fielen in diesem Jahr pro Quadratmeter 485 Liter Regen, im Jahr zuvor waren es 1074 Liter (langjähriger Schnitt: 894 Liter). Lokal fiel die Regenmenge sehr unterschiedlich aus. In Winsen oder Scheuen regnete es beispielsweise noch deutlich weniger als in Bergen, sagt Mente.

Kaum Futter für Tiere

Hauptleidtragende des trockenen Sommers waren die Landwirte, die Futter für ihre Tiere benötigten. „Vor allem für das Grünland gab es enorme Auswirkungen. Normalerweise wird vier Mal im Jahr gemäht, dieses Jahr war es nur zwei Mal. Und dann fiel der Ertrag auch noch niedriger aus“, erklärt der Kreislandwirt, der kürzlich sein Amt als Landvolk-Vorsitzender zur Verfügung gestellt hatte. Bei der Landwirtschaftskammer wurde eine Grundfutterbörse eingerichtet. Wer Futter übrig hatte oder welches benötigte, konnte sich dort registrieren lassen. Das Problem war, dass in ganz Norddeutschland die Futtervorräte knapp waren. „Jeder Betrieb musste dann für sich entscheiden, ob Tiere vorzeitig zu einem niedrigeren Preis verkauft werden“, so Mente. Positiv wirkte sich aus, dass dieses Jahr 1800 Hektar mehr Mais angebaut wurde. Der Futtermais geht in die Rinderhaltung.

Braugerste musste stark beregnet werden

Viele Ackerbauern im Kreis Celle hatten noch mit dem Vorjahr zu kämpfen, ehe die Dürre überhaupt begann. Denn im vergangenen Herbst war es teilweise so nass, dass die Felder nicht bestellt werden konnten. Weizen, Roggen, Triticale, all das wurde im Herbst 2017 deutlich weniger ausgebracht. Dafür stieg dann im April 2018 der Anbau von Braugerste von 5300 Hektar auf 6800 Hektar. Der wiederum musste stark beregnet werden, was Zeit und Geld kostete. Doch es hat sich gelohnt. „Wir konnten ein mittleres Ertragsniveau erreichen“, sagt Mente. Eine Rolle spielte, dass wegen der Verknappung im Markt der Preis von 18 auf 22 Euro pro 100 Kilogramm gestiegen ist.

"Kartoffeln haben eine gute Qualität“

Noch krasser sind die Preissteigerungen bei Kartoffeln, die Knolle wird zwischen Faßberg und Wathlingen auf 4400 Hektar angebaut. Vom sehr schlechten Preisniveau 2017, als teilweise nur 6 Euro pro 100 Kilogramm erzielt wurden, ist der Preis auf bis zu 25 Euro gestiegen. Auch hier spielt die Verknappung eine große Rolle. „Die Felder wurden bis zu sieben Mal beregnet. Diese Kartoffeln haben eine gute Qualität“, erklärt der Kreislandwirt.

38.000 Hektar können beregnet werden

Im Kreis Celle gibt es 42.000 Hektar Ackerland, 38.000 davon können beregnet werden. In anderen Landkreisen in Niedersachsen wie etwa in Lüchow-Dannenberg gibt es kein flächendeckendes System der Feldberegnung. Die Folge konnte in diesem Sommer jeder vor Ort begutachten – auf breiter Front waren Äcker verdorrt. Mente: „Wir können froh sein, dass wir im Kreis Celle in Beregnungstechnik investiert haben.“ Bei Zuckerrüben war der Zuckergehalt der diesjährigen Ernte so hoch wie nie zuvor, teilweise über 20 Prozent. Die Erträge waren aber deutlich niedriger als in den vergangenen Jahren – das Preisniveau ist derzeit niedrig.

Schäden in Forstwirtschaft

Die Hitzewelle hat auch den Wäldern extrem geschadet. Der Borkenkäfer fand ideale Bedingungen vor, so dass vor allem Fichten abgeholzt werden mussten. Zahlreiche Jungpflanzen sind vertrocknet.

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