Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Aus dem Landkreis Blitzlichtgewitter soll Wildunfälle im Landkreis Celle verhindern
Celler Land Aus dem Landkreis Blitzlichtgewitter soll Wildunfälle im Landkreis Celle verhindern
16:52 27.10.2017
Von Christopher Menge
Kreisstraßenmeisterei-Leiter Holger Gralher bringt an der Kreisstraße 55 zwischen Eicklingen und der Bundesstraße 214 eine "Ampel" an. Quelle: Landkreis Celle
Celle-Landkreis

"Mit den bisherigen blauen Reflektoren haben wir schon gute Erfahrungen an einigen Stellen gemacht, aber Wildunfälle bleiben weiterhin ein Problem", sagt Holger Gralher, Leiter der Kreisstraßenmeisterei Celle. Deshalb sollen jetzt die neuen Ampeln getestet werden.

Der Kreisjägermeister Hans Knoop ist zuversichtlich, dass damit gute Erfolge erzielt werden. „Ich habe schon mal ein paar von den neuen Ampel installiert und mir das in der Dunkelheit angeschaut", sagt Knoop. Die neuen Ampeln beginnen nach seiner Beobachtung ein regelrechtes "Blitzlichtgewitter", wenn die Scheinwerfer eines Autos auf sie treffen.

Auch der Hersteller wirbt mit diesen Lichtblitzen. Diese würden das stärker ausgeprägte Bewegungssehen und nicht alleine das Nachtsehen durch die Farbe blau bei den Wildtieren ansprechen, heißt es in der Produktbeschreibung. Zur Vermeidung eines Gewöhnungseffektes bei den Wildtieren, so der Hersteller weiter, seien die Reflektoren in Farbtönen des gesamten Lichtspektrums von Wildtieren abgelegt. Außerdem variiere die Anordnung der farblichen Reflektoren im Grundkörper. So ergebe sich für jede Ampel ein anderes individuelles Lichtbild.

Nach Einschätzung des Kreisjägermeisters werden die Lichtblitze die Autofahrer nicht irritieren. "Die Reflektoren sind so ausgerichtet, dass sie in den Wald strahlen. Davon bekommen die Fahrer der Wagen nichts mit", sagt Knoop.

Die Ampel hat noch eine zweite Vorrichtung, die das Wild vom Überqueren der Straße abhalten soll. So befindet sich in dem Plastikbehälter auch ein Duftkissen. Dieses wird mit einer synthetischen Substanz eingesprüht, die auf Wildtiere eine abschreckende Wirkung hat. "Das ist schon ziemlich intensiv. Würde einem die Spraydose im Auto kaputt gehen, würde man den Geruch nie wieder rausbekommen", sagt Gralher. Alle drei Monate müssen die Kissen mit dem Duftstoff eingesprüht werden. Das würden die Jäger in diesem Fall übernehmen.

Für die Testphase hat der Kreis jetzt zunächst 100 Wildampeln angeschafft. Sollte der Versuch erfolgreich sein, könnten nach und nach weitere Straßen mit der neuen Ampel ausgestattet werden.