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Aus dem Landkreis CDU verliert auch in Celle - SPD holt im Wahlkreis Bergen auf (aktualisiert)
Celler Land Aus dem Landkreis CDU verliert auch in Celle - SPD holt im Wahlkreis Bergen auf (aktualisiert)
08:23 16.10.2017
Von Andreas Babel
Landkreis Celle

Celle. Im Wahlkreis Celle (das Stadtgebiet mit den Gemeinden Wietze und Hambühren) hat die SPD gegen die CDU nur knapp gewonnen. Die Christdemokraten haben in Celle etwas mehr als landesweit geholt, die SPD etwa zwei Prozentpunkte weniger als im Land.

Was die Erststimmen für die Direktkandidaten angeht, hat Jörn Schepelmann (CDU) im Wahlkreis Bergen klar gegen Maximilian Schmidt gewonnen. Fast 10 Prozentpunkte trennen die beiden Kontrahenten. Schepelmann hat aber fast 6 Prozentpunkte weniger geholt als noch Ernst-Ingolf Angermann vor vier Jahren. Schmidt hat sein Ergebnis aus dem Jahr 2013 um nur 0,3 Prozentpunkte verfehlt, hat sich also auch leicht verschlechtert. Der Winser Sozialdemokrat musste noch bis weit in die Nacht zittern und darauf hoffen, dass er über seinen Listenplatz 15 weiter im Landtag arbeiten darf. Am Ende stellte der Landeswahlleiter fest, dass alle 55 von der SPD errungenen Mandate im neuen Landtag direkt gewonnen wurden - Maximilian Schmidt gehört dem neuen Landtag damit nicht mehr an.

Während sich die Direktkandidaten der beiden Volksparteien, Thomas Adasch (CDU) und Jörg Rodenwaldt (SPD), sich im Wahlkreis Celle ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten, was am Ende Adasch für sich entschied, war der Ausgang bei den Zweitstimmen eindeutiger:

SPD und CDU: Die Sozialdemokraten haben sich im Wahlkreis Bergen um drei Prozentpunkte verbessert und den Abstand zu den Christdemokraten um fast vier Prozentpunkte verringert. Sie haben hier aber fast fünf Prozentpunkte weniger geholt als landesweit. Im Wahlkreis Celle sieht das etwas anders aus: Hier hat die SPD (35,5 Prozent) die CDU (34,7 Prozent) um 0,8 Prozent distanziert. Bei den Landtagswahlen vor vier Jahren hatte die CDU noch klar mit fast fünf Prozentpunkten vorne gelegen.

Hochburgen der SPD: Besonders gut hat die SPD in der Gemeinde Wietze abgeschnitten (38,8 Prozent), wo die CDU nur 32,6 Prozent holte. In der Gemeinde Wathlingen schlug die SPD (37,5 Prozent) die CDU (31,1 Prozent) um Längen. Auch in der Gemeinde Winsen (35,3) schlugen sie die CDU (34,9 Prozent).

Hochburgen der CDU: Die Christdemokraten waren besonders stark in der Stadt Bergen (45,3 Prozent). Die SPD holte hier nur 29,5 Prozent. In der Gemeinde Südheide verbuchte die CDU 42,8 Prozent, wohingegen die SPD hier nur 30,9 Prozent holte. In der Gemeinde Langlingen rangierte die CDU mit 45,9 Prozent weit vor der SPD (29,5 Prozent). Ähnlich sah es in Eicklingen aus: CDU 48,8 Prozent und SPD 26,2 Prozent. Und so in Beedenbostel: CDU 41,3 Prozent und SPD 29,6 Prozent.

Grüne: Im Wahlkreis Celle haben die Grünen mit 6,7 Prozent schwach abgeschnitten, haben mehr als zwei Prozentpunkte weniger als im Landesdurchschnitt geholt und sind hier sogar nur fünftstärkste Kraft. AfD und FDP haben die Grünen hier klar hinter sich gelassen. Im Wahlkreis Bergen waren die Grünen sogar noch schwächer, haben hier nur 6,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt.

FDP: Die Liberalen haben im Wahlkreis Celle mit 7,8 Prozent etwas besser als im gesamten Land abgeschnitten. Im Wahlkreis Bergen war die FDP sogar noch stärker: Hier standen 8,3 Prozentpunkte zu Buche.

Linke: Im Wahlkreis Bergen haben die Linken schwach abgeschnitten: Hier holten sie nur 3,0 Prozentpunkte. Im Celler Stadtgebiet lagen die Linken mit 4,1 Prozent auch noch einen halben Prozentpunkt unter dem Landesdurchschnitt.

AfD: Die AfD hat im Wahlkreis Celle besser abgeschnitten als landesweit: 8,6 Prozent sind über 2 Prozent mehr als im Landesdurchschnitt. Im Wahlkreis Bergen lag die AfD bei 7,4 Prozent, also knapp ein Prozent mehr als im niedersächsischen Durchschnitt.

Meinung

Neu und bewährt

Dass es bei der Direktwahl im Celler Stadtgebiet so knapp werden würde, hatte wohl niemand erwartet. Beinahe wäre Thomas Adasch abgewählt worden und man hätte sich neben Jörn Schepelmann an ein weiteres neues Gesicht in Hannover gewöhnen müssen. Doch eben nur beinahe. Hut ab vor Jörg Rodenwaldt: Er hat es offenbar durch einen sachlichen und fairen Wahlkampf verstanden, viele Wähler von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Adasch hat sich seit 2008 im Landtag bewährt, ist ein Netzwerker und volksnah. Er wird sich für die Interessen der Polizei einsetzen und – als zweifacher Vater – sicherlich auch verstärkt für die Belange von Kindergärten und Schulen.

Gegen Jörn Schepelmann hatte Maximilian Schmidt keine Chance. Der 31-Jährige aus Eicklingen kommt sympathisch und heimatverbunden rüber. Leider hat es der Winser über die Liste nicht geschafft hat, im Landtag zu verbleiben. Auch dem fleißigen und engagierten 33-Jährigen wäre ddas Erreichen dieses persönlichen Wahlziels zu wünschen gewesen.