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Aus dem Landkreis Celler Windkraft-Plan braucht Zeit
Celler Land Aus dem Landkreis Celler Windkraft-Plan braucht Zeit
18:08 04.08.2018
Landkreis Celle

Den ersten Schritt machten in der vergangenen Woche die Ausschüsse für Wirtschaft Verkehr und Tourismus sowie Umwelt und ländlichen Raum in einer gemeinsamen Sitzung, in der der Entwurf des Programms vorgestellt wurde. „Proppenvoll“ war es im Kreistagssaal, weil viele Bürger die Sitzung verfolgen wollten, in den Einwohnerfragestunden zu Beginn und Ende der Debatte kamen sie auch selbst zu Wort. „Alle hielten sich an die Spielregeln“, sagt Höhl. Breit diskutiert worden sei das Kriterium Umzingelung, das im südöstlichen Landkreis in der Gemeinde Bröckel seit Monaten auf der Tagesordnung steht.

Dort beklagen Bürger, dass neben Windkraftanlagen in der Samtgemeinde Flotwedel auch Anlagen in der Region Hannover und im Landkreis Gifhorn nahe an die Orte heranrücken und kaum noch freie Sicht zulassen. Dass die Einkreisung einzelner Orte durch Windkraftanlagen als weiteres Kriterium im RROP noch Berücksichtigung findet, schloss Höhl nicht aus. Die Verwaltung habe in der Ausschusssitzung eine Überprüfung zugesagt.

Eine Beschlussempfehlung sprachen die Ausschüsse nicht aus, die Fraktionen im Kreistag sollen sich mit dem Entwurf des RROP befassen, bevor der Kreisausschuss in seiner Sitzung am 27. September die Beteiligung der Öffentlichkeit und damit die öffentliche Auslegung aller Unterlagen beschließt. Die wird aller Voraussicht nach aber erst im kommenden Jahr stattfinden, denn der Landkreis will laut Kreisdezernent das neue Landesraumordnungsprogramm (LROP) abwarten. „Das liegt hoffentlich Ende des Jahres vor“, sagt Höhl.

Das LROP bildet die Grundlage für das RROP. Stünden da Dinge drin, die dem eigenen Entwurf des Landkreises widersprächen, sollte der vor der Auslegung angepasst werden, um nicht später nacharbeiten zu müssen, sagt der Kreisdezernent. Seien große Änderungen notwendig, müsse sich die Politik erneut mit dem Entwurf des RROP befassen.

Nach der vierwöchigen öffentlichen Auslegung wird es nach Höhls Worten von der Zahl der Stellungnahmen sowie vor allem von dem Gewicht der Einwendungen abhängen, wie schnell es weitergehe. Seien gewichtige Anpassungen der Planungsunterlagen notwendig, komme es zu einem neuen Auslegungsverfahren. Und ist das RROP dann vom Kreistag beschlossen, muss es dem Land zur Genehmigung vorgelegt werden. Wann die erfolgt, das steht wie gesagt nach Höhls Worten in den Sternen. Vielleicht 2017?

Von Joachim Gries