Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Aus dem Landkreis „Ebbe“ in Geldbörse: Diebstähle bei Vereinskameraden
Celler Land Aus dem Landkreis „Ebbe“ in Geldbörse: Diebstähle bei Vereinskameraden
11:10 19.02.2012
Landkreis Celle

Außerdem war er in zwei Häuser, eine leerstehende Gaststätte und einen Kiosk eingestiegen.

Es sei so leicht gewesen, sagte der gelernte Heizungs- und Lüftungsbauer über die 18 begangenen Taten im nordöstlichen Celler Landkreis. Er habe bis vergangenen Herbst problemlos Zugang zu Geldbörsen gehabt und von mehreren Vereinsfreunden zehn oder zwanzig, manchmal auch 50 Euro entwendet. Die Diebstähle sollten nicht auffallen, so der Beschuldigte, denn er habe niemanden schädigen, sondern nur seine finanzielle Notlage beheben wollen. Auch habe er mal vier Euro aus einer anderen Vereinskasse gestohlen.

Folgen hatten auch die Diebstähle, zu deren Ausübung der Angeschuldigte, teils unter Anwendung eines Spatens als Hebelwerkzeug, in private Gebäude eingestiegen war. In zwei Fällen handelte es sich ebenfalls um Eigentum von Vereinskameraden. Er habe die „Geld-Depots“ gekannt und die Häuser in Abwesenheit der Geschädigten aufgesucht, so der geständige Täter. Während er in einem Fall ein Kellerfenster einschlagen und wegen der Haussirene die Flucht ergreifen musste, sei er ein anderes Mal durch eine offen stehende Terrassentür ins Haus gelangt. Mit den erbeuteten vierhundert Euro, die zum größeren Teil aus den Ersparnissen der Tochter des geschädigten Freundes bestanden, habe er seinen Lebensunterhalt bestritten, so der gebürtige Celler.

Wie „ein Messer im Rücken“ empfand auch der zweite Vereins-Kollege den Einbruch vom Sommer letzten Jahres, bei dem der Angeklagte eine fünf Millimeter dicke Kellertürscheibe eingeschlagen hatte. Die 170-Euro-Beute kostete den arbeitslosen Beschuldigten eine von vielen Freundschaften. Der Vertrauensverlust und Ausschluss aus dem Verein sei sozusagen die „außerstrafrechtliche Ahndung“, so der Richter in seinem Schlusswort. Auch 150 Euro aus einer Manschaftskasse entwendet zu haben, sei eine „kriminelle Dummheit“. Inzwischen hat der Beschuldigte mehrere Entschuldigungsschreiben versendet und Wiedergutmachungszahlungen geleistet. Zur „Wiedergutmachung“ wurde er auch vom Gericht „verdonnert“: Er muss zusätzlich 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Von Anke Prause