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Aus dem Landkreis Einigung im Schulstreit rückt näher
Celler Land Aus dem Landkreis Einigung im Schulstreit rückt näher
02:22 09.08.2018
Von Simon Ziegler
Potentielle IGS-Standorte in Stadt und Kreis HSR Hamb¸hren Quelle: Peter M¸ller
Landkreis Celle

Stadt und Landkreis Celle wollen ihren Streit um die Schulstrukturreform beilegen. Das teilte der bei der Stadt Celle für die Schulen zuständige Stadtrat Stephan Kassel mit. Kassel bestätigte, dass es am Montag ein Gespräch auf Führungsebene zwischen Landrat Klaus Wiswe, Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende, dem Ersten Kreisrat Matthias Krüger und Kassel selbst gegeben habe.

„Dabei sind beide Schulträger überein gekommen, die Schulstrukturreform einvernehmlich zu einer Lösung zu bringen“, sagte Kassel. Wiswe bestätigte diese Aussage: „Wir sind auf einem guten Weg. Aber die Einzelheiten müssen im Januar noch besprochen und verabredet werden.“

Nachdem sich beide Behörden in den vergangenen Monaten eher juristische Spitzfindigkeiten um die Ohren gehauen haben, will man in der Trift und im Neuen Rathaus nun aufs Tempo drücken, um das Problemthema vom Tisch zu kriegen. Bereits am 24. Januar soll für den Kreisausschuss und den Verwaltungsausschuss ein gemeinsames Papier erarbeitet werden. Ob dies bedeute, dass die Stadt jetzt der Einführung von Oberschulen im Stadtgebiet zustimmen werde, darauf wollte sich Kassel nicht festlegen lassen. „Inhaltlich möchte ich jetzt nichts sagen. Es ist allerdings klar, dass die Stadt ihren Teil dazu beitragen wird, die Probleme zu lösen.“

Unterdessen war die Errichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) gestern Thema im Kreisausschuss. Konkret ging es um einen Antrag der Kreis-SPD, eine IGS einzurichten. „CDU und WG sollen daran erinnert werden, was sie nach der Kommunalwahl versprochen haben. Unser Ziel ist es, schon im Januar eine Lösung hinzubekommen", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Maximilian Schmidt mit Blick auf die Verhandlungen zwischen Stadt und Kreis. Der IGS-Antrag wird im Schulausschuss weiterberaten.

An welchem Standort die SPD eine IGS favorisiert, hat sie bislang noch nicht verraten. Während Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende die Vision einer IGS an der Hohen Wende ins Spiel brachte, hält der Landkreis als Schulträger nur die Standorte am Schulzentrum Burgstraße oder an der Schulanlage Heese für denkbar. Allerdings gibt es kein Bekenntnis dieser Schulen für eine IGS.

Dagegen werden die Bemühungen in Hambühren fortgesetzt, dass im dortigen Schulzentrum eine IGS eingerichtet wird. An diesem Donnerstag tagt der Gemeinderat, der eine Resolution verabschieden will, um den Schulstandort zu erhalten. Der Hambührener Kreistagsabgeordnete Thomas Adasch (CDU) hat Landrat Wiswe zudem einen Brief geschrieben und ihn aufgefordert, dass Schulgutachter Wolf Krämer-Mandeau „explizit“ den Standort Hambühren bei der erneuten Prüfung berücksichtigt.

Der Schulgutachter hat den Auftrag, verschiedene Szenarien durchzuarbeiten. Dabei geht es vor allem um den Plan B, also um die Frage, wie die Schullandschaft im Kreis aussehen könnte, sollte die Stadt Celle Oberschulen ablehnen. Zudem soll Krämer-Mandeau eine Gesamtschule in seine Pläne miteinbeziehen. Die Vorschläge werden für Anfang Januar erwartet.