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Aus dem Landkreis Freitag, der 13.: Entwarnung für Pechvögel im Celler Land
Celler Land Aus dem Landkreis Freitag, der 13.: Entwarnung für Pechvögel im Celler Land
16:34 03.08.2018
Quelle: Zurich/Zurich Gruppe Deutschland/obs
Landkreis Celle

Auf 20 Jahre Außendienst blickt Henning Bergmann aus Habighorst zurück. In seiner Versicherungsagentur könne er nicht bestätigen, dass es zu mehr Schadensmeldungen gekommen sei, so Bergmann. Vielmehr glaube er daran, dass der Aberglaube eine große Rolle spiele. „Die Leute machen sich an diesem Tag verrückt“, so der Versicherer. Auch Jens-Peter Grohmann von der Celler DAK kann diesen Eindruck nur bestätigen. Statistisch gebe es keine konkreten Zahlen über den Krankenstand. „Es ist einer dieser gefühlten Tage, dass mehr passiert“, so Grohmann. Auch der ADAC macht Mut sich auf die Straße zu trauen. „Es passieren nicht mehr Unfälle als sonst“, betont Anne Heinrich, Sprecherin des ADAC-Landesverbandes. Jedoch stimme es, dass am Ende der Arbeitswoche die Unfälle zunehmen, bestätigt die Sprecherin. Dies läge jedoch am höheren Verkehrsaufkommen durch Pendler und Urlauber auf den Straßen.

Die Auswertung der Daten der Polizeiinspektion Celle stützt diese Aussage. An den Freitagen in den Jahren 2014 bis 2016 hat es im Durchschnitt bei 12,3 Unfällen geknallt oder gescheppert. Im Zeitraum 2014/15 gab es fünfmal einen Freitag, der auf den 13. eines Monats fiel. „13,6 Unfälle sind im Durchschnitt an diesen speziellen Freitagen passiert“, so Polizeisprecher Thorsten Wallheinke. Der erhöhte Wert sei jedoch lediglich als ein kleiner Ausreißer zu betrachten, so der Sprecher. „Am Wochenende herrscht erhöhtes Aufkommen“, erklärt Wallheinke, „es deutet nichts auf einen Unglückstag hin.“

Auch das Allgemeine Krankenhaus in Celle stellt keine erschreckend hohe Aufnahme von Patienten an dem sogenannten Unglücktstag fest. „An den von mir beobachteten Freitagen, die den 13. eines Monats getroffen haben, haben wir im Durchschnitt 140,25 Notfälle betreut“, so Dr. Michael Stufler, ärztlicher Leiter des strategischen Medizincontrollings. „Somit haben wir mit Blick auf die hier betreuten Notfälle eine völlig unauffällige Situation an den Freitagen, die auf einen 13. treffen.“ Als einen Tag wie jeder andere beschreibt auch Chefarzt Dr. Ewald Hüls seine Erfahrungen aus der Notaufnahme.

Für Maria Brede aus Nienhagen ist der Tag alles andere als ein Pechtag. Sie feiert nämlich heute ihren Geburtstag. „Wenn ich meinen Geburtstag zusammen mit meiner Familie feiere, dann ist das für mich ein Glückstag“, erklärt die Nienhägerin. Abergläubisch sei sie nicht, auch dass ihr Geburtstag auf einen vermeintlichen Unglückstag fiele, stört Brede nicht.

Also keine Sorge: Wenn der Kaffee daneben geht, einfach aufwischen – denn soviel Pech bringt Freitag, der 13., dann wirklich nicht.