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Aus dem Landkreis Gedenkstätten warnen vor Geschichtsleugnern
Celler Land Aus dem Landkreis Gedenkstätten warnen vor Geschichtsleugnern
17:34 16.09.2018
„Wir müssen aufhören, den Nationalsozialismus immer nur von hinten her zu denken", sagt der Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Jens-Christian Wagner. Quelle: Christian Link/David Borghoff
Belsen

Wagner, der auch die niedersächsischen Gedenkstätten leitet, sagte weiter: „Das geht soweit, dass man sich fragt, was schlimmer ist, die Dreistigkeit und Aggressivität oder die Schamlosigkeit, mit der über die Würde der NS-Opfer und den Schmerz ihrer Angehörigen hinweggegangen wird.“

Angesichts der Ereignisse in Chemnitz, aber auch der Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien in den meisten europäischen Ländern befürchte er, dass diese Entwicklung sich weiter verschärfe. Politik und Gesellschaft müssten offensiv gegensteuern. Dabei komme auch den Gedenkstätten eine wichtige Rolle zu, sagte Wagner, der die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen leitet. Sie zeigten eine Entwicklung in der Vergangenheit auf, die in der Zukunft niemand haben wolle.

„Wir müssen aufhören, den Nationalsozialismus immer nur von hinten her zu denken – von den Leichenbergen in den befreiten Konzentrationslagern“, erläuterte der Historiker. „Die Verbrechen fingen viel subtiler an: mit Gesetzen, mit schleichender Ausgrenzung, mit rassistischer und antisemitischer Hetze, die schrittweise zur Verfolgung wurde.“ Der Blick auf die Anfänge der NS-Diktatur, auf die Motive von Tätern, Mittätern und Profiteuren zeige auf, wie der Weg in Diktatur und Verbrechen verlaufe.

Ohne falsche historische Vergleiche zu ziehen, zeigten sich zudem erschreckende Parallelen zwischen der aktuellen Hetze gegen Geflüchtete und vermeintliche Fremde sowie der Schlussphase der Weimarer Republik. Auch die Parolen heutiger Hetzer hätten große Ähnlichkeiten mit Ausgrenzungspraktiken der frühen NS-Zeit.

„Rassistische Hetze gegen Geflüchtete, Juden oder Muslime und geschichtsrevisionistische Positionen und völkisches Denken sind vielerorts in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, mahnte Wagner. „Seit den Wahlerfolgen der AfD sind sie auch in den Parlamenten präsent.“ Zudem seien immer weniger Zeitzeugen der NS-Zeit am Leben. Damit wachse die Distanz. „Das Bewusstsein, dass die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen ganz grundlegend ist für die demokratische Selbstverständigung, lässt deutlich nach. Das gilt auch für das Bewusstsein für den Wert demokratischer Grundrechte und die Bereitschaft, sie zu schützen.“

Von Karen Miether

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