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Aus dem Landkreis Gefahr im Straßenverkehr: Wild stellt Uhr nicht um
Celler Land Aus dem Landkreis Gefahr im Straßenverkehr: Wild stellt Uhr nicht um
21:15 06.08.2018
Ist ein Wildunfall passiert, muss die Polizei informiert werden. Ein Jäger kümmert sich dann um das getötete Tier.  Quelle: Arno Burgi
Landkreis Celle

Morgen werden die Uhren auf die Winterzeit zurückgestellt. Damit steigt das Risiko für Wildunfälle. Abends wird es früher dunkel, der Feierabend-Verkehr verstärkt sich gerade in der Dämmerung. „Genau dann sind Wildtiere besonders aktiv“, sagt Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier-Stiftung.

Die Tiere folgen ihrer biologischen Uhr, verlassen bei Einbruch der Dunkelheit ihre Deckung und gehen auf Nahrungssuche. Auf Straßen, die durch Wälder führen oder an Wäldern entlangführen, ist deshalb jetzt besondere Vorsicht geboten.

Die Stiftung rät allen Kraftfahrern, die Warnschilder "Achtung Wildwechsel" zu beachten. Auch die blauen Reflektoren an den Leitpfählen sind ein Hinweis auf Wildtiere. Autofahrer sollten die Geschwindigkeit reduzieren, die Straßenränder beachten und bremsbereit sein. Tier-Silhouetten im Scheinwerferlicht oder reflektierende Augenpaare bedeuten Gefahr.

Zu vorausfahrenden Fahrzeugen sollte ausreichender Abstand gehalten werden. Taucht ein Tier auf, sollte der Autofahrer laut Kinser so stark bremsen, wie es der nachfolgende Verkehr zulässt. Verharren Tiere im Lichtkegel, sind die Scheinwerfer abzublenden. Oft folgen dem ersten Tier weitere. Ausweichmanöver können zu schweren Unfällen führen, deshalb sollte nur stark gebremst, die Fahrspur aber nicht verlassen werden.

Ist es trotzdem zu einem Wildunfall gekommen, sind Warnblinker einzuschalten und das Warndreieck aufzustellen. Die Warnweste, seit Mitte 2014 Pflicht auch bei Privatwagen, sollte besonders bei Unfällen in der Dämmerung oder bei Dunkelheit angezogen werden. Die Polizei stellt bei einem Unfallschaden eine Wildschadensbescheinigung für die Versicherung aus. Vor allem informiert sie den zuständigen Jäger oder Förster, der das Tier beseitigt oder, falls es verletzt ist, tötet. Verletzte Tiere sollten nicht angefasst werden. Oft verschwindet ein verletztes Tier, dann ist es die Aufgabe des Jägers, es zu finden und von seinem Leid zu erlösen.

Von September bis Januar ist zudem Jagdzeit. Darauf wird mit Schildern an den Straßen hingewiesen, auch sind Temporeduzierungen ausgeschildert. Autofahrer sollten auf der Hut sein, dass flüchtendes Wild auf die Straße läuft. Das Straßenverkehrsamt Celle hat angekündigt, im Bereich von Jagden verstärkt Geschwindigkeitsmessungen durchzuführen.

Von Joachim Gries