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Aus dem Landkreis Hähnchenmast: Entscheidung muss jeder Landwirt selber treffen
Celler Land Aus dem Landkreis Hähnchenmast: Entscheidung muss jeder Landwirt selber treffen
20:01 09.08.2018
Landkreis Celle

Allerdings könne Hähnchenmast ein zusätzliches Einkommen generieren. „Das muss jeder Landwirt selber entscheiden“, sagte der Leiter der Fachgruppe „Ländliche Entwicklung“ bei der Bezirksstelle Uelzen. In der Sitzung war den Ausschussvertretern das Genehmigungsverfahren für Hähnchenmastställe vorgestellt worden.

Von Haaren hatte zuvor referiert, dass Deutschland bei Hähnchenfleisch im Jahr einen Versorgungsgrad von 106 Prozent erreicht habe. Der Pro-Kopf-Verbrauch stagniere bei 18 Kilogramm im Jahr, in den USA liege er bei 44 Kilogramm.

Dass im Landkreis Celle bisher nur eine moderate Zunahme bei der Hähnchenmast zu beobachten sei, führt von Haaren auf mehrere Faktoren zurück. So herrsche zurzeit mehr Interesse an Biogasanlagen, es stehe eine Sättigung der Nachfrage im Raum und es gäbe eine große Abhängigkeit vom Unternehmen, das Küken und Futter liefere und die Vermarktung übernehme. Neben hohen Investitionen, die sich zwischen 450000 und 550000 Euro für einen 40000er Maststall bewegten, sei mit Widerständen der Bevölkerung zu rechnen, zudem gebe es steigende Abhängigkeit von Futtermittelimporten, es sei wachsende Konkurrenz auf dem Weltmarkt zu beobachten, speziell in Russland und China würden die Kapazitäten ausgebaut.

„Die Betriebe im Emsland stehen wirtschaftlich nicht schlecht da, aber wenn Sie durchfahren, sehen Sie auch die Nachteile“, hatte von Haaren zuvor gesagt. Entfielen aufgrund der Mastbetriebe im Landkreis Vechta auf jeden Hektar landwirtschaftliche Fläche drei Dungeinheiten, seien es im Landkreis Celle etwa 0,6. Für die Phosphatverwertung aus dem Kot von 40000 Hähnchen seien etwa 74 Hektar Fläche notwendig, beim Stickstoff seien es etwa 38 Hektar. Und als Futtergrundlage müsse der Landwirt mit 50 Hektar rechnen. „Die Düngeverordnung gilt und sie wird überprüft“, machte von Haaren klar. Wer sie missachte, müsse die Rückzahlung von EU-Geldern befürchten.

„Ich befürchte, dass der Markt enger wird und das Risiko steigt“, räumte von Haaren ein, nachdem Rolf Meyer (SPD) nach der Perspektive für Landwirte gefragt hatte.

Von Joachim Gries