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Aus dem Landkreis Handarbeit ist teuer – farbige Briefumschläge auch
Celler Land Aus dem Landkreis Handarbeit ist teuer – farbige Briefumschläge auch
03:31 09.08.2018
Landkreis Celle

Statt 55 Cent kostet ein farbiger Brief in Normalgröße 90 Cent. Die Mitarbeiter wüssten Bescheid und würden dieses Porto bei der Einlieferung auch verlangen, sagt Jens-Uwe Hogardt, Sprecher der Deutschen Post in Hamburg. Diese Regelung gäbe es seit Jahren in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Farbige Briefe seien als Standard nicht vorgesehen, weil sie höheren Arbeitsaufwand nach sich zögen.

Farbige Umschläge fallen aus der automatischen Sortierung, weil der Kontrast zwischen Papierfarbe und Anschrift zu gering ist. „Die Kamera kann das nicht sauber lesen“, sagt Hogardt. Die Post geht an den Absender zurück, der 35 Cent plus Bearbeitungsentgelt zahlen muss, oder der Empfänger muss löhnen.

Es kann auch mal ein farbiger Brief jenseits der Pastelltöne durchrutschen, bei bis zu 70 Millionen Umschlägen täglich will Hogardt das nicht ausschließen. Rund 80 Prozent der Briefe seien Geschäftspost mit maschinengeschriebenen Anschriften. Diesen Kunden sei das Farbproblem bekannt.

Handschriften auf Umschlägen sind für die Sortierung kaum ein Problem. Die Leserate sei sehr hoch, bis zu 85 Prozent würden automatisch erkannt, sagt Hogardt. Briefe mit Anschriften in altdeutscher oder fremder Schrift würden von Hand sortiert. Auch Briefe mit Zahlendrehern, unvollständiger Adresse oder falschen Orts-Straße-Kombinationen würden so auf den Weg gebracht. „Das ist dem Service der Deutschen Post geschuldet“, sagt Hogardt.

Probleme mit farbigen Umschlägen gibt es vor allem zu Weihnachten. Dann würde aus Kulanzgründen schon mal ein Auge zugedrückt. Vielleicht ist das Unternehmen ja auch bei bunten Liebesbriefen zum Valentinstag kulant.

Von Joachim Gries