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Aus dem Landkreis Hannover lässt Entdeckerbus fahren
Celler Land Aus dem Landkreis Hannover lässt Entdeckerbus fahren
01:46 09.08.2018
Von Simon Ziegler
Landkreis Celle

Er räumte aber ein, dass zwischen den Kosten für ein Ticket von drei Euro und einer Subventionierung pro Fahrgast von fast 40 Euro ein eklatantes Missverhältnis bestehe. „Der Kostendeckungsgrad ist deutlich geringer als im Durchschnitt bei anderen ÖPNV-Leistungen“, so Römer.

Der Kreisausschuss des Landkreises hatte am Dienstag entschieden, dass der Entdeckerbus auch 2012 fährt. Die Kosten von 120.000 Euro werden über Regionalisierungsmittel finanziert. Dabei handelt es sich um Gelder des Bundes, die von der LNVG verteilt werden.

Im Jahr 2011 bekam der Landkreis Celle 678.000 Euro an Regionalisierungsmittel. Im Paragraf 7 des Niedersächsischen Nahverkehrsgesetzes (NNVG) ist geregelt, wie das Geld verwendet werden darf. Dort steht, dass damit etwa Bushaltehäuschen gebaut, Defizite ausgeglichen oder schlicht in die Verbesserung des ÖPNV investiert werden darf. Auch in einzelne Linien kann investiert werden, sagte Römer. „Der Entdeckerbus hat eine Liniengenehmigung, sonst wäre die Bezuschussung nicht zulässig“, sagte er.

Dass der Verkehrsexperte der Celler CDU, Torsten Harms, mehr oder weniger deutlich eingeräumt hatte, dass es beim Entdeckerbus auch darum geht, das Celler Busunternehmen CeBus zu subventionieren, ist für die LNVG kein Problem. „Wenn die rechtlichen Voraussetzungen vorliegen, darf man das Geld auch einsetzen, um ein defizitäres Unternehmen zu stützen“, so Römer.

Andererseits wird immer wieder darauf verwiesen, dass die CeBus eines der wenigen Nahverkehrsunternehmen in Niedersachsen ist, deren laufender Betrieb ohne Förderung der öffentlichen Hand auskommen muss. „Das ist aber nur die halbe Wahrheit“, sagte Erster Kreisrat Matthias Krüger. Denn der Landkreis ist mit Abstand der größte Auftraggeber der CeBus und finanziert den Schülertransport und Projekte wie Kultur- oder Entdeckerbus. Zudem sichert der Landkreis seit 2010 die Aufrechterhaltung des CeBus-Fahrplans über einen sogenannten Dienstleistungsauftrag.

Maximilian Schmidt, SPD-Fraktionschef im Kreistag, sagte, dass man sich die Frage stellen müsse, ob der ÖPNV-Betrieb dauerhaft subventioniert werden müsse. „Dann muss das Geld aber für sinnvolle Projekte ausgegeben werden“, so Schmidt.