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Aus dem Landkreis Hausarzt-Versorgung: Landkreis Celle gut aufgestellt
Celler Land Aus dem Landkreis Hausarzt-Versorgung: Landkreis Celle gut aufgestellt
22:19 03.08.2018
Von Christopher Menge
Celle-Landkreis

Der Landkreis ist dabei in die Bereiche "Celle" und "Celle-Nord" aufgeteilt. "Für beide Bereiche sieht es sehr gut aus", sagt Uwe Köster, stellvertretender Pressesprecher der KVN. Celle sei sogar für weitere Niederlassungen gesperrt, da die Versorgung mit 112,2 Prozent über der Grenze von 110 Prozent liege, ab der man von einer Überversorgung spreche. "In Celle-Nord können sich dagegen noch 2,5 Hausärzte niederlassen", sagt Köster. Mit 100,3 Prozent sei die Versorgung aber auch hier überdurchschnittlich gut. Der Bedarfsplan geht bundesweit davon aus, dass auf 1671 Einwohner ein Hausarzt kommen soll. Der Bedarfsplan untersucht allerdings nicht jede einzelne Gemeinde, sondern nur die Bereiche.

"Überall in Niedersachsen haben wir eine ausreichende Versorgung", sagt Köster. "Sobald eine Unterversorgung droht, versuchen wir zum Beispiel durch gesonderte Ausschreibungen oder mit Investitionskosten-Zuschüssen gegenzusteuern." Von einer Unterversorgung werde bei einem Wert unter 75 Prozent gesprochen. Niedersachsenweit sind Sulingen (83,2 Prozent), Harburg-Nord (85,2 Prozent) und Buxtehude (85,4 Prozent) derzeit am Schlechtesten aufgestellt.

Doch wie sieht es in Zukunft aus? Laut NSGB sind schon heute landesweit 359 Hausarztstellen unbesetzt – Tendenz steigend. Laut einer Studie der KVN werden 2030 in Niedersachsen rund 1000 Hausärzte fehlen.

Dennoch hält Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) die NSGB-Forderung, ein Rechtsanspruch auf einen Hausarzt in der Nähe für unsinnig, weil dies praktisch nicht durchsetzbar sei und dem grundgesetzlich geschützten Recht auf freie Berufswahl widerspreche. Zusammen mit der KVN seien aber bereits entscheidende Weichen gestellt worden, um die drohende Unterversorgung in ländlichen Regionen abzuwenden.

Als Beispiel nannte die SPD-Politikerin die Gesundheitsregionen Niedersachsen, ein Stipendienprogramm für Medizinstudenten, sowie die Förderung zum Aufbau kommunaler Medizinischer Versorgungszentren. „Die Gemeinden in Niedersachsen haben also bereits jetzt schon eigene Gestaltungsmöglichkeiten, die sie nutzen können“, betonte Rundt.

Hoffnung für die Landbevölkerung besteht aber dennoch: Auf Bundesebene wird voraussichtlich bis zum nächsten Jahr die Bedarfsplanung für Ärzte überarbeitet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Hannover soll sie kleinräumiger werden.