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Aus dem Landkreis Hitze lässt kleine Bäume im Celler Wald verdorren
Celler Land Aus dem Landkreis Hitze lässt kleine Bäume im Celler Wald verdorren
11:42 20.07.2018
Quelle: Joachim Gries
Landkreis Celle

UNTERLÜSS. Die Regentage in der ungewöhnlich langen Trockenperiode waren nicht viel mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein, die Niederschlagsmengen waren einfach zu gering. Von den 20 bis 40 Litern Wasser pro Quadratmeter beim Regen vor einer Woche ist nicht mehr viel zu spüren. Während die Landwirtschaft Getreide, Kartoffeln und Rüben rund um die Uhr beregnet, ist das im Wald einfach nicht möglich. „Wie viele Tanklastzüge müssten wir losschicken?“, fragt Hauskeller rhetorisch. Und weist darauf hin, dass junge Bäume viel weiter auseinander stehen als Pflanzen auf dem Acker. Viel Wasser würde einfach im Boden verschwinden.

Wie hoch die Verluste bei den Jungpflanzen sind, ist im Moment reine Spekulation. „Ob 50 oder 60 Prozent, kann man noch nicht sagen“, so Hauskeller. Ab August werden die Flächen genau betrachtet, dann wird entschieden, wo nachgepflanzt wird. Gar nichts zu machen, schließt sich nach den Worten des Forstamtsleiters aus. Es widerspräche den Zielen des Waldumbaus, die im Forstamt anstehen. „Wir wollen das vernünftig machen. Und dafür müssen wir dann auch mehr Geld die Hand nehmen.“

Für den Waldumbau gibt es zwei gewichtige Gründe: eine stark ungleichmäßige Altersstruktur im Baumbestand und den Klimawandel. Von den 19.000 Hektar des Forstamtes entfallen knapp 5000 Hektar auf die Altersklasse 61 bis 80 Jahre, auf einer sogar noch etwas größeren Fläche stehen Bäume, die 41 bis 60 Jahre alt sind. Geschuldet ist das den großflächigen Wiederaufforstungen Ende der 1940er Jahre, nachdem Reparationshieb und gewaltiger Bedarf an Bauholz für den Wiederaufbau zu Kahlschlägen im Wald geführt hatten, und in den 1970er Jahren nach Orkan und großem Waldbrand. Angestrebt sind möglichst gleich starke Altersklassen, denn die gewährleisten kontinuierlichen Holzeinschlag sowie Pflanzgut-Bedarf und für die Forstämter ein gleichmäßiges Arbeitsaufkommen.

Der Klimawandel mit mehr Hitzetagen und Trockenperioden sowie mehr Sturmereignissen macht manchen Baumarten mehr zu schaffen als anderen. „Die Lage für die Fichte wird sich verschlechtern“, sagt Hauskeller und spricht vom Hochrisikobaum. Auch für die Buche werde es schwieriger. Die Kiefer, die heute mehr als die Hälfte der Fläche des Forstamtes besiedelt, werde wieder eine stärkere Rolle spielen. Die schnellwachsende Douglasie, die sich als Einwanderer aus Nordamerika seit etwa 170 Jahren in Deutschland etabliert hat, komme an geeigneten Standorten mit Trockenheit und Wärme gut zurecht.

Kahlschlag war gestern, heute werden reife Bäume gezielt entnommen und unter dem Schirm der verbliebenen Bäume wird nachgepflanzt, was dort Aussicht auf Erfolg hat. Damit wird der Wald auch vielfältiger. Die engmaschige Bodenkartierung gibt Auskunft über das Nährstoffpotenzial und die Wasserhaltigkeit im Untergrund. Und auch größere Lücken, die Stürme gerissen haben, werden mit geeigneten Pflanzen wieder geschlossen. Wie etwa auf einer Fläche unweit des Waldpädagogikzentrums Ostheide in Siedenholz, wo im Frühjahr Buche und Douglasie gepflanzt wurden. Ein Teil der Buchen ist vertrocknet, einige schlagen von unten neu aus, viele Douglasien zeigen frisches Grün, andere sind teilweise braun. „Besser als ich es erwartet habe“, sagt Hauskeller nach einem Rundblick. Auf anderen Flächen seien die Verluste viel höher.

Er weist ein paar Meter weiter bei einem gefällten Stamm auf die kleinen Löcher hin. Hier ist der Borkenkäfer zugange. Für den ist die Trockenheit ideal. Inzwischen wächst die zweite Käfergeneration heran. Die kann in großer Zahl dann auch gesunden Fichten Probleme machen, die unter der Trockenheit leiden und sich nicht mehr ausreichend mit Harz gegen die Eindringlinge wehren können. „Das müssen wir im Blick behalten“, sagt Hauskeller.

Von Joachim Gries

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