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Aus dem Landkreis Hochwasser-Lage im Kreis Celle entspannt sich
Celler Land Aus dem Landkreis Hochwasser-Lage im Kreis Celle entspannt sich
22:41 03.08.2018
Eine ufernahe Straße in Jeversen war gestern Mittag nur noch zu erahnen.  Quelle: Fotocredit
Landkreis Celle

Falls es nötig gewesen wäre, hätte die Feuerwehr sofort ausrücken können, um wie andernorts in Niedersachsen mit Sandsäcken gefährdete Bereiche zu schützen. Doch davon war man in Celle offenbar ein gutes Stück entfernt. Der Aller-Pegel blieb in Celle konstant bei 3,95 Meter. Bei einem Pegel von 4 Metern beginnt die höchste Meldestufe.

Achim Stolz, Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sagte, dass der Scheitelpunkt der Hochwasserwelle in Celle am Montagmittag erreicht worden sei. Der Pegel werde aber nur langsam fallen. Für kleinere Flüsse wie Lachte und Fuhse wurden ebenfalls stagnierende oder sinkende Pegel gemeldet. Und auch der Wasserstand der Örtze bereitet Behörden und Anwohnern derzeit keine Sorgen.

Im Kreis Celle traditionell am stärksten vom Hochwasser betroffen sind die beiden Winser Siedlungen Süd- und Westohe. Nah am Wasser liegt der kleine Bungalow der Familie Rauhut in der Südohe, der sonst einiges mehr an Grün im hinteren Bereich des Gartens zu bieten hat. Dort ist jetzt nur noch eine Seenlandschaft zu sehen. Dennoch ist die Familie gar nicht besorgt, was das viele Nass angeht. „Wir sehen es positiv“, sagt Mutter Sandra Rauhut. Ihr zwölfjähriger Sohn und der Familienhund nutzen die gefüllte Hochwassermulde gerne als privates Badeparadies. Das könnte noch eine Weile der Fall sein, denn laut Rauhut mache sich derzeit eher ein leichter Anstieg als ein Rückgang des Wasserpegels bemerkbar.

Auch weiter aufwärts am Steg bei der Winser Allerbrücke machen die Anwohner das Beste aus der leichten Überflutung der Ufer. Familie Sheko wohnt direkt am Steg und hat die passende Ausrüstung in Form von Luftspielzeug und Badeanzügen mitgebracht. „Das ist doch toll“, sagt Vater Farid Sheko (35) und deutet auf seine spielenden Kinder.

Im Wietzer Ortsteil Jeversen sieht das etwas anders aus. Die Berlinerin Jutta Grüning (70) und ihre Bulldogge Else genießen lieber den Blick von der Veranda ihres Feriendomizils. Hier steht das Wasser ziemlich hoch. Einige Straßen in dem wäldlichen Wohngebiet sind unter Wasser und auch so manche Wiese ist nur noch zu erahnen. Trotzdem, sagt Grüning, sei dieses Hochwasser „nicht bedrohlich“. Sie ist seit 35 Jahren Eigentümerin der kleinen Anlage und habe bereits viel schlimmere Hochwasser erlebt. Diese Pegelstände lassen sie daher kalt.

Von Erik Habermann und Simon Ziegler