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Aus dem Landkreis Kein Geld für neue Einrichtung
Celler Land Aus dem Landkreis Kein Geld für neue Einrichtung
14:26 30.11.2018
Celle

Alban Kojan seufzt erleichtert, nachdem der Helfer von Pflegedienst ihn in den bereitstehenden Rollstuhl manövriert hat. Ein Arztbesuch steht an, zu dem er sich auf den Weg macht. Zum Glück liegt die Praxis nicht weit. Der 40-Jährige genießt die frisch-kalte Luft, atmet tief durch. Seit er ganz auf den Rollstuhl angewiesen ist, sind Ausflüge ins Freie eine Seltenheit. Die meiste Zeit ist er an die Mietwohnung im dritten Stock gebunden. Dann kommen die schlimmen Gedanken, wenn seine Frau zur Arbeit und die Kinder im Kindergarten sind.

Alban Kojan (alle Namen von der Redaktion geändert) leidet an einer erblich bedingten Muskelerkrankung, die sich erst im Teenager-Alter bemerkbar gemacht hat – sie ist unheilbar. Allerdings ist der Grad der Schädigung und der zeitliche Verlauf der Krankheit unterschiedlich. „Ich hatte gehofft, das Ganze würde langsamer ablaufen“, sagt er. „Es ist schlimm für meine Frau – und noch schlimmer, seit wir die Kinder haben. Gerade weil ich sie von Herzen liebe.“

"Habe von einer glücklichen Zukunft geträumt"

Vor 14 Jahren hat Kojan seine Frau Hannah geheiratet. „Wir haben uns beim Tanzen kennengelernt“, erinnert er sich. „Damals war ich ein Sportler (die kleine Sammlung von Pokalen im Regal der kleinen Dreizimmerwohnung erzählt noch von den Erfolgen als Tischtennisspieler) – hab‘ von einer glücklichen Zukunft geträumt.“ Anhaltende Schwierigkeiten im Bewegungsapparat aber führten zum Arzt – und zu einer Diagnose, die alle Pläne zusammenbrechen ließ. Die Frau an seiner Seite blieb. „Wir waren verlobt. Ich war innerlich zerrissen – einerseits konnte ich mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen, andererseits wollte ich sie nicht an mein Schicksal binden. Zur Hochzeit musste sie mich überreden“, erinnert sich Alban Kojan. „Damals haben wir noch miteinander getanzt.“

Krankheit verlief zunächst zögerlich

Die Krankheit verlief zunächst zögerlich. Die Wege wurden kürzer, die Anstrengung größer – erst ein Stock, dann eine Gehhilfe. Mit Unterstützung des Berufswerkes Oskar Kämmer hatte Kojan eine Ausbildung zum Bürokaufmann gemacht und abgeschlossen. Anschließend arbeitete er in unterschiedlichen Betrieben. Seine Frau ist Verkäuferin. Die beiden meisterten den Alltag trotz aller Umstände gut. Nur eine Sehnsucht hatte sich das Paar noch nicht erfüllt: den Wunsch nach Kindern. „Ich hatte Angst, dachte, wie soll das werden? Hannah hat mir Mut gemacht.“

Für immer an den Rollstuhl gefesselt

Länger hat es nicht geklappt, dann wurde Hannah Kojan schwanger mit Zwillingen – und ein heftiger Schub der Krankheit fesselte Alban Kojan für immer an den Rollstuhl. Ein doppeltes Unglück, denn der nachträglich in das alte Mietshaus eingebaute Lift hält auf halber Etage. Bis dahin hatte Alban die fünf Stufen noch
mit Unterstützung geschafft. Jetzt ist das nicht mehr mög-lich und auch sein massiverer Rollstuhl passt nicht in die Kabine.

Vielleicht waren es die zusätzlichen Sorgen, vielleicht einfach ein nächster Schicksalsschlag: Sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin erlitt Hannah eine Frühgeburt. Eines der Kinder musste sofort operiert werden und in der Folgezeit noch einige Male. Die Vierjährigen besuchen heute einen Kindergarten mit Integrationsplatz. Wegen der zunehmenden Pflegebedürftigkeit des Familienvaters und des einen Zwillings musste die Mutter ihre Arbeit nach der Elternzeit auf stundenweise Aushilfsstellen reduzieren.

Familie lebt in einfachsten Verhältnissen

Die Familie lebt heute von ergänzender sozialer Unterstützung – und sucht seit langem eine behindertengerechte Wohnung. Vier Zimmer mit Lift haben sie nun fest zugesagt bekommen. Im Februar ist Umzug. Die alten, schon gebraucht erworbenen Möbel müssen mit. Es ist kein Geld da für neue Einrichtung, dabei brauchen die heranwachsenden Zwillinge ganz dringend Betten und einen Schrank für ihr erstes gemeinsames Kinderzimmer.

So können Sie helfen: Schwerpunkt der CZ-Weihnachtsaktion ist wieder die große Tombola, die am 8. Dezember in der Celler Innenstadt startet. Hierfür sind bereits mehr als 6000 Preise von der Bratwurst über viele Sachpreise bis zu Wochenendreisen sowie dem Seat Mii Chic als Hauptpreis eingetroffen. Und wir sammeln weiter: Wer den Erlös mit seiner Sachspende steigern möchte, kann sich bei Dörthe Rogalski, Telefon (05141) 990114, melden. Helfen können Sie aber auch mit Ihrer Geldspende: Das Konto des gemeinnützigen Vereins „Mitmenschen in Not“ läuft unter dem gleichnamigen Stichwort mit der IBAN DE38 2575 0001 0000 0099 10 bei der Sparkasse Celle (BIC: NOLADE21CEL). Spendenbescheinigungen werden ab einer Summe von 200 Euro ausgestellt, sofern ein Hinweis auf dem Überweisungsträger enthalten ist. Bei Spenden bis 200 Euro reicht dem Finanzamt Celle der Bankbeleg.

Von Doris Hennies

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