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Aus dem Landkreis Krankenstand in Celler Region leicht gesunken
Celler Land Aus dem Landkreis Krankenstand in Celler Region leicht gesunken
02:04 08.08.2018
Celle-Landkreis

Die Kreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg führen die Statistik mit 4,8 Prozent als höchstem Wert in Niedersachsen an, während der Landkreis Vechta mit 3,0 Prozent die wenigsten Krankheitstage verzeichnen kann.

Aus dem Gesundheitsreport für den Landkreis Celle geht außerdem hervor, dass sich die verschiedenen Diagnosen im Vergleich zum Vorjahr unterschiedlich entwickelt haben. Besonders deutlich wird, dass die Zahl der Krankschreibungen aufgrund von Vergiftungen und Verletzungen um 16 Prozent gestiegen ist, während Atemwegserkrankungen wie Erkältung und Bronchitis seltener zu einem Fehlen am Arbeitsplatz geführt haben. Hier sank die Anzahl um 13 Prozent.

Auch bei psychische Erkrankungen wie Angstzuständen und Depressionen kam es zu einer erhöhten Anzahl an Fehltagen. Häufigste Ursache für eine Krankschreibung sind weiterhin Muskel-Skelett-Beschwerden wie Rückenschmerzen.

Laut Sascha Teifel von der DAK-Gesundheit sei der sinkende Krankenstand in der Region positiv einzuordnen. Um eine Fortsetzung dieser Entwicklung zu gewährleisten sei es von großer Bedeutung, dass Betriebe und Arbeitnehmer ein größeres Augenmerk auf das Gesundheitsmanagement legten, um eigenständig die Fehltage zu verringern.

Aufklärung über Stress im Job ist hierbei ein zentrales Thema der Krankenkasse. Im Bereich der psychischen Erkrankungen ist in den vergangenen zwölf Jahren ein deutlicher Anstieg an Krankschreibungen zu verzeichnen. Die Zahl der Fehltage stieg hier um 83 Prozent an.

Dieser Anstieg ist damit zu erklären, dass Betroffene und Ärzte heutzutage anders mit seelischen Erkrankungen umgehen. „Viele Arbeitnehmer werden heute mit einem psychischen Problem krankgeschrieben, während sie früher zum Beispiel mit der Diagnose chronische Rückenschmerzen arbeitsunfähig gewesen wären“, erklärt Teifel. Auch die Diagnose Depression tritt bei den Fehltagen achtmal häufiger auf. Diese werden insbesondere durch ständige Erreichbarkeit hervorgerufen. Obwohl die meisten Befragten angaben, nach Feierabend per Mail oder Telefon nicht mehr erreichbar zu sein, leidet jeder vierte Beschäftigte an Depressionen.

Die in die Studie einbezogenen Ärzte sind der Meinung, dass besonders der Konkurrenzdruck und lange Arbeitszeiten die Ursache für mehr Fehltage aufgrund psychischer Diagnosen ist. Weniger leistungsfähige Mitarbeiter haben größere Schwierigkeiten, ihren Platz in der Arbeitswelt zu finden. Auch mangelnder sozialer Rückhalt im Privatleben führe zu geringerer Widerstandsfähigkeit im Angesicht psychischer Erkrankungen.

Von Carolin Dickmann