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Aus dem Landkreis Landkreis Celle verdient 1,9 Millionen Euro durch Raser
Celler Land Aus dem Landkreis Landkreis Celle verdient 1,9 Millionen Euro durch Raser
18:33 09.03.2018
Von Carsten Richter
Geldstrafen gegen Raser bescheren den Kommunen ordentliche Summen: 1,9 Millionen Euro hat der Landkreis Celle 2017 durch Geschwindigkeitskontrollen eingenommen. Quelle: Alex Sorokin
Celle-Landkreis

Da hatte es jemand besonders eilig: Ganze 92 Kilometer pro Stunde zu schnell war ein Autofahrer im vergangenen Jahr. Geblitzt wurde der Bleifuß an der Landesstraße 282 kurz vor Lachtehausen. Erlaubt sind dort 100 Kilometer pro Stunde, mit 192 Sachen kam er aus Richtung Lachendorf.

Der Raser hat es ganz nach oben auf die Verkehrssünderliste des Landkreises Celle geschafft – mit seinem Tempoverstoß belegt er den traurigen Spitzenplatz. 600 Euro Geldstrafe und drei Monate Fahrverbot wurden gegen ihn verhängt.

Insgesamt 48.000 Bescheide wegen zu schnellen Fahrens hat der Landkreis 2017 verschickt, wie Pressesprecher Tore Harmening auf CZ-Anfrage mitteilt. 1,9 Millionen Euro sind durch stationäre und mobile Blitzer in die Haushaltskasse geflossen. Hinzu kommen weitere 200.000 Euro aus der, wie es im Amtsdeutsch heißt, „Überwachung des ruhenden Verkehrs“, also aus Falschparkern. Die Summe von 2,1 Millionen Euro ist im Vergleich zu 2016 unverändert. „Die Zahl der Verstöße bleibt auf einem konstanten Niveau“, sagt Harmening. Der Landkreis sieht sich durch die Auswertung der Kontrollen bestätigt: „Die Aufrechterhaltung der Überwachung ist weiter wichtig, um die Zahl der Tempoverstöße auf den Celler Straßen zu verringern“, so der Sprecher. Kontrolliert werde vor allem an Unfall- und Gefahrenpunkten, hinzu komme das Umfeld von Schulen und Kindergärten.

Die Gelder, die der Landkreis durch Raser kassiert, seien allerdings keine Haupteinnahmequelle. Allein das Personal für diesen Bereich koste 960.000 Euro, so Harmening. Kosten für die Einrichtung stationärer Messpunkte, die Anschaffung von Geräten oder der Ersatz veralteter Technik seien da noch nicht einberechnet. Bei einem Haushalt des Landkreises von mehr als 300 Millionen Euro seien die Einnahmen aus den Verkehrskontrollen vergleichsweise gering.

Welcher Blitzer dem Kreis Celle 2017 das meiste Geld bescherte, konnte Sprecher Harmening am Freitag noch nicht sagen. Der Verkehrsgerichtstag in Goslar hatte sich im Januar für höhere Bußgelder gegen Raser ausgesprochen. Der Rekord-Raser von Lachtehausen käme dann weniger glimpflich davon.

Landesweiter Vergleich: Kommunen in Niedersachsen nehmen durch Blitzer jährlich Millionensummen ein. Der Landkreis Celle bewegt sich dabei noch im unteren Bereich, wie Vergleichszahlen des NDR für 2016 zeigen. Im Kreis Lüneburg wurden im vorletzten Jahr „nur“ 27.400 Autofahrer geblitzt, was 1,1 Millionen Euro für den Haushalt ergab. Die Stadt Hannover profitierte dagegen enorm von der Installation dreier neuer stationärer Blitzer und nahm 2016 fast 5 Millionen Euro ein – 2015 waren es noch gut 2,6 Millionen. Im Großkreis Göttingen, zu dem jetzt auch der ehemalige Landkreis Osterode zählt, wurden 162.000 Raser erwischt – 8,4 Millionen Euro brachte das ein. Wie der Landkreis Göttingen gestern mitteilte, hat im vergangenen Jahr allein das Dauerradar vor der Werrabrücke an der A7 rund 50.000 Temposünder geblitzt.

Das Land Niedersachsen hat der Übernahme der Jugendhilfe von der Stadt Celle durch den Landkreis zugestimmt. Das hat Landrat Klaus Wiswe am Mittwoch im Kreistag mitgeteilt. Das Land bestätigt damit eine Entscheidung des Rates der Stadt Celle. Dieser hatte Ende Januar beschlossen, beim Land zu beantragen, zum 1. Januar 2019 die gesetzlichen Aufgaben der Jugendhilfe von der Stadt auf den Landkreis Celle zu übertragen.

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