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Aus dem Landkreis Landkreis will Grenzen glätten
Celler Land Aus dem Landkreis Landkreis will Grenzen glätten
16:47 22.06.2012
Landkreis Celle

Ist bald Schluss mit der Salamitaktik? Diese Bezeichnung hatte die SPD-Fraktion im Celler Kreistag in den vergangenen Jahren immer wieder angewandt, wenn eine Änderung der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet (LSG) Südheide in den politischen Gremien anstand. 17 Mal wurde in der Vergangenheit ein Stückchen abgeschnippelt. Jetzt soll die Verordnung neu aufgestellt werden. Im April hatte Professor Thomas Kaiser von der Arbeitsgruppe Land & Wasser sein Konzept im Ausschuss für Umwelt und ländlichen Raum des Celler Kreistags vorgestellt.

Er schlage Veränderungen „an allen Ecken und Enden“ vor, sagt Kreisdezernent Gerald Höhl, weist aber darauf hin, dass der Experte nach rein fachlichen Kriterien festgelegt hat, welche Bereiche zu schützen und welche aus dem Schutz zu entlassen sind. Um die Siedlungsgrenzen solle ein Puffer geschaffen werden, damit künftig weitere Einzel-Ausgrenzungen nicht mehr nötig sind.

Derzeit umfasst die Fläche des LSG Südheide 46.500 Hektar. Würde Kaisers Vorschlägen gefolgt, blieben etwa 40.000 Hektar übrig. Damit ist aber nicht für 6500 Hektar der Schutz aufgehoben, viele Teilfläche sind durch die Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie geschützt oder liegen in Naturschutzgebieten. Und doppelter Schutz ist nach Höhls Angaben nicht nötig. Er beziffert die tatsächlich verlorene Fläche auf etwa 600 Hektar. Das seien Bereiche, die nach Ansicht des Experten nicht hochwertig genug seien. Ob eine Fläche bei Meißendorf neu in das LSG aufgenommen wird, steht nach Höhls Worten noch in den Sternen.

Das Verfahren ist jetzt in Gang gekommen. Den Kommunen, die von den Änderungen betroffen sind, liegen die Pläne vor. Sie können eine Stellungnahme abgeben, die dann von den Kreisgremien abgewogen werden. Das offizielle Beteiligungsverfahren, bei dem sich jeder Bürger äußern kann, erwartet Höhl für den Herbst. In der ersten Hälfte 2013 soll die neue Verordnung dann stehen. „Wir wollen nicht schnell fertig sein, niemand hetzt uns“, sagt der Kreisdezernent. Dass die Neufassung der Verordnung für Diskussionen sorgen wird, wurde kürzlich in der Sitzung des Rates der Gemeinde Eldingen deutlich. Mögliche Änderungen unweit des Schlosses erregen die Gemüter.

Von Joachim Gries