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Aus dem Landkreis Sind Mieten im Kreis Celle gesunken?
Celler Land Aus dem Landkreis Sind Mieten im Kreis Celle gesunken?
14:44 13.02.2019
Von Simon Ziegler
Symbolfoto
Celle

Für diesen Schritt des Landkreises Celle hat Behiye Uca (Die Linke) kein Verständnis: „Es widerspricht meiner Erfahrung grundsätzlich, dass die Mieten in Stadt und Landkreis Celle gesunken sein sollen. Für nahezu jede Familiengröße war es bisher schon schwer, Wohnungen zu finden, bei denen die Miete als angemessen gilt. Bei den neuen Werten halte ich dies für fast ausgeschlossen“, sagt die Kreistagsabgeordnete.

Der Landkreis Celle hat zum 1. Januar 2019 die sogenannte Mietwerttabelle für die Kommunen angepasst. Damit wird definiert, wie viel Geld Hartz-IV- und Sozialhilfeempfänger sowie Asylbewerber für Wohnungen maximal bekommen. Das Erstaunliche: Die Sätze sind gesunken. Die Wohnungen müssen in vielen Fällen günstiger sein als in der Vergangenheit.

92 Euro weniger in Bergen

Uca führt aus, dass für Wohnungen im Bereich der Ein- und Zwei-Personenhaushalte in der Stadt Celle seit Jahresbeginn 30 beziehungsweise 48 Euro im Monat weniger erstattet würden. Noch größer sei der Unterschied in Bergen: Dort sei die Obergrenze für einen Ein-Personen-Haushalt von 456 auf 364 Euro gekürzt worden – das sind 92 Euro im Monat weniger. "In nahezu jeder Wohnungsgrößenklasse sollen die Mieten seit 2017 günstiger geworden sein", kann es Uca kaum glauben. „Das könnte bundesweit als Celler Mietenwunder Schlagzeilen machen", ätzt die Linken-Politikerin.

Mieten steigen in Großstädten

Der Landkreis Celle bestätigt die Angaben der Linken-Politikerin. "In der Tat sind die Miethöchstbeträge fast durchweg in allen Kommunen und fast allen Wohnungsgrößen gesunken", sagt Landkreis-Specher Tore Harmening. Zwar sei es richtig, dass insbesondere in Großstädten das Mietniveau in den vergangenen Jahren teilweise deutlich gestiegen sei. Das gelte aber nicht für Flächenlandkreise wie den Landkreis Celle. Im Klartext: Nach Landkreis-Angaben sind die Mieten in fast allen Gemeinden gesunken, nicht gestiegen. Das gelte selbst für boomende Orte wie Winsen und Lachendorf – wenn auch nicht für alle Wohnungsgrößen. Allerdings: Es geht hier um den Wohnungsmarkt im unteren Marktsegment. Das heißt: Es sind lediglich im Bereich des einfachen Standards niedrigere Mieten festgestellt worden. Bei Wohnungen im durchschnittlichen oder gehobenen Segment kann das ganz anders aussehen.

Mieten gutachterlich analysiert

Die Mietwerttabelle ist nach Landkreis-Angaben das Ergebnis einer gutachterlichen Analyse bei den Bestands- und Angebotsmieten. Die Zahlen werden alle zwei Jahre überprüft. "Es wurden die Bruttokaltmieten sowohl bei den großen Wohnungsunternehmen als auch bei kleinen privaten Vermietern abgefragt. Die Mietwertanalyse spiegelt den Wohnungsmarkt im einfachen Wohnsegment wider", betont Harmening. Wenn die Mieten sinken, müssten auch die Sätze für Hartz-IV-Empfänger korrigiert werden – in diesem Fall nach unten.

Der Landkreis verweist indes darauf, dass der Gesetzgeber einen Schutzmechanismus für die Leistungsberechtigten formuliert habe. Wenn Leistungsberechtigte nachweisen können, trotz intensiver Bemühungen keinen Wohnraum zum vorgegebenen Höchstpreis zu finden, sei die Behörde verpflichtet, auch teureren Wohnraum zu akzeptieren. Harmening: "Das wird der Landkreis Celle natürlich so praktizieren, ebenso das Jobcenter."

Linke kritisieren Landkreis

Behiye Uca kritisiert zudem, dass die neue Mietwerttabelle Anfang Januar in Kraft gesetzt wurde, ohne dass der Sozialausschuss des Celler Kreistages oder die Öffentlichkeit informiert wurden. Uca: „Ich habe darum gebeten, mir das Gutachten, auf dem die neuen Zahlen basieren, zu übersenden und wurde auf die Sitzung des Sozialausschusses am 26. Februar vertröstet.“ Die Politik soll tatsächlich erst in dieser Sitzung informiert werden, heißt es beim Landkreis. Dann sollen alle Zahlen erläutert werden. Dies sei vorher nicht möglich gewesen, da zur letzten Sitzung des Gremiums im November das Gutachten nicht fertig gewesen sei.

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