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Aus dem Landkreis Milder Winter: Landwirte in Stadt und Landkreis Celle sehen Wetter gelassen
Celler Land Aus dem Landkreis Milder Winter: Landwirte in Stadt und Landkreis Celle sehen Wetter gelassen
17:06 17.01.2014
Von Carsten Richter
Grüne Wiese mitten im Winter: Für Landwirt Georg Rahlfs aus Adelheidsdorf sind die derzeit milden Temperaturen bislang kein Problem. Auf den 45 Hektar um ihn herum baut die Familie Roggen an. Auf einen Winter so ganz ohne Frost hofft er trotzdem nicht. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle-Landkreis

Georg Rahlfs junior blickt zufrieden auf seinen Roggenacker – eine grüne Wiese mitten im Winter. "Für uns ist das Wetter bislang kein Problem", meint der Landwirt aus Adelheidsdorf, wo die Rahlfs seit 1937 wohnen. Der Hof wird von Generation zu Generation vererbt. Auf 45 Hektar bauen sie Roggen an, Mais wächst auf 70 Hektar. Möglicher Schaden für seine Pflanzen könne letztlich erst nach Ende der Winterperiode beurteilt werden. "Ohne jeglichen Frost ist jedoch die Bestockung beim Roggen ein großes Problem", sagt Rahlfs. Der lange, harte Winter im letzten Jahr habe aber immerhin die Population an Schädlingen reduziert.

"Die Bestände an Wintergetreide sehen gut aus", bestätigt Kreislandwirt Jürgen Mente. Insgesamt werden im Landkreis Celle 52.000 Hektar landwirtschaftlich genutzt, auf knapp 16.000 Hektar wird Getreide angebaut. Positiv sei, dass durch Niederschläge in jüngster Zeit der Wasservorrat im Erdboden gestiegen sei – zumindest, solange es so mild ist. "Bei Frost besteht die Gefahr, dass die Bestände hochfrieren", erklärt Jörn Hellberg, Geschäftsführer der Landberatung Celler Land. "Optimal ist immer ein früher Frost, dann ist die Entwicklung der Pflanzen besser. Und eine leichte Schneedecke ist günstig." Dennoch besteht kein Grund zur Klage – tendenziell sei mildes Wetter für Raps und Getreide besser als extrem kalte Temperaturen, sagt Hellberg. Seine Vermutung aber: "Die Fröste, die Schäden verursachen können, kommen erst noch."

Holger Rabe von der Landberatung Hermannsburg-Bergen macht seit 1976 Wetteraufzeichnungen: Die derzeitige Witterung erscheine zwar außergewöhnlich – in den Winternächten sei es bisher nicht kälter als vier Grad unter Null geworden. Dennoch habe es ähnlich milde Winter in den letzten zehn Jahren schon häufiger gegeben. "Die Natur stellt sich darauf ein", sagt Rabe. (car)