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Aus dem Landkreis NPD im Kreis Celle "inaktiv"
Celler Land Aus dem Landkreis NPD im Kreis Celle "inaktiv"
02:17 09.08.2018
Von Simon Ziegler
Demonstration Eschede 2010 Quelle: nicht zugewiesen
Landkreis Celle

Die Neonazi-Szene im Kreis Celle ist auch rund ein Jahr nach der Auflösung der Kameradschaft 73 weiter aktiv. Davon ist der niedersächsische Verfassungsschutz überzeugt, wie deren Sprecherin Maren Brandenburger der CZ sagte. Als zentraler Kopf der Szene gilt nach wie vor der vorbestrafte Neonazi Dennis Bührig, der 2008 als Parteiloser für die NPD bei der Landtagswahl kandidierte und heute in Wathlingen lebt. Er war einer der führenden Vertreter der Kameradschaft 73. Bührig soll auch in Kontakt zu dem „Infoportal Freier Kräfte aus Celle“ stehen, das Ende 2010 gegründet worden war. Laut Verfassungsschutz gehören nur wenige Personen zum harten Kern der Szene. „Wir sprechen vielleicht von fünf bis zehn Personen“, so Brandenburger. Aufgefallen sind Nazis in Celle zuletzt vor allem dadurch, dass sie CDs und Flugblätter verteilten.

Die NPD tritt nach wie vor im Kreis Celle - zumindest in der Öffentlichkeit - so gut wie gar nicht in Erscheinung. Die NPD sei in Celle eher inaktiv, sagt der Verfassungsschutz. Bei der Kommunalwahl im September kandidierte die Partei weder für den Kreistag, noch den Celler Stadtrat oder in einer Landkreis-Kommune. Das ist alles andere als selbstverständlich, wie ein Blick in die Nachbarkreise verrät. Im Kreistag des Heidekreises sowie im Stadtrat von Schneverdingen sitzt ein NPD-Vertreter. Auch in Munster errang die NPD ein Mandat. In den Kreistag von Lüneburg wurde ein Vertreter der Unabhängigen Wählerliste Lüneburg (UWL) gewählt. Laut Verfassungsschutz verbergen sich NPD-Leute dahinter.

Unterdessen gehen der Landkreis Celle und die Polizei davon aus, dass am 17. Dezember erneut eine sogenannte Wintersonnenwendfeier auf dem Hof des rechtsextremen Landwirts Joachim Nahtz in Eschede stattfinden könnte. Landkreis-Ordnungsamtsleiter Eckhard Ferg sagte zwar, dass anders als in der Vergangenheit auf den einschlägigen Internetseiten der Szene keine Hinweise auf ein Nazi-Treffen zu finden seien. „Wir glauben trotzdem, dass dort wieder ein Treffen stattfindet“, sagte Ferg. Ähnlich äußerte sich auch das Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus, das an dem Tag zu einer Demonstration gegen Nazitreffen in Eschede aufruft. Den Aufruf haben bereits über 80 Organisationen und Privatpersonen unterzeichnet.

Wer hinter den rechten Schmierereien steckt, die in der vergangenen Woche in Hermannsburg entdeckt wurden, ist den Sicherheitsbehörden nicht bekannt. Insgesamt sei in diesem Jahr kein signifikanter Anstieg rechter Gewalttaten zu beobachten gewesen, sagte Polizeisprecher Guido Koch.