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Aus dem Landkreis Neuer Schulbeginn bleibt umstritten
Celler Land Aus dem Landkreis Neuer Schulbeginn bleibt umstritten
05:15 08.08.2018
Von Simon Ziegler
Protest gegen neue Schulanfangszeiten: Uhr zeigt 7.30 Uhr Quelle: nicht zugewiesen
Landkreis Celle

Kinder müssen länger in der Schule bleiben, sie haben weniger Freizeit, das Familienleben leidet und auch Sportvereine könnten Auswirkungen des verspäteten Schulbeginns zu spüren bekommen. Eine Elterninitiative am Celler Hölty-Gymnasium wehrt sich gegen die Verlegung des Schulbeginns auf 8.20 Uhr. Bislang begann der Unterricht um 7.55 Uhr. Bis zum Ende der vergangenen Woche wurden Unterschriften gesammelt. Ina Boy, eine der Initiatoren, kündigte an, dass die Liste an diesem Donnerstag Landrat Klaus Wiswe übergeben werden soll.

Auch an anderen Schulen im Kreis Celle regt sich Widerstand. So üben an der Realschule Lachendorf Eltern Kritik am geplanten Schulbeginn. Dort soll die erste Stunde ab September statt um 7.45 Uhr um 8.20 Uhr beginnen. Grund der Kritik: Selbst Fünftklässler hätten dann an zwei Tagen in der Woche bis 16 Uhr Unterricht.

Im vergangenen Frühjahr wurden Pläne vorgestellt, nach denen die Schulanfangszeiten entzerrt werden sollen. Dadurch müssen weniger Busse eingesetzt werden, so das Kalkül. Schulamtsleiter Reinhard Toboll bestreitet aber, dass es vorrangig darum geht, die CeBus zu entlasten. Ziel sei es, dass die Busse nicht mehr so überfüllt fahren, sagt er. Allerdings liegen die Vorteile für das Celler Verkehrsunternehmen auf der Hand. Der veraltete Fuhrpark könnte verkleinert werden. Erste Schätzungen hatten Einsparungen von 850.000 Euro ergeben. Dem Vernehmen nach soll der Betrag inzwischen deutlich niedriger ausfallen. Denn die Pläne wurden in den vergangenen Monaten immer wieder modifiziert.

Doch es gibt nicht nur kritische Stimmen. So liegt der CZ ein Schreiben von Mirko Truscelli, Direktor des Hermann-Billung-Gymnasiums, an die Elternvertreter vor. Darin heißt es, dass für die Hinfahrten über 90 Prozent der HBG-Fahrschüler eine Zeitersparnis von durchschnittlich 17 Minuten zu erwarten hätten. Der Kreisschulelternratsvorsitzende Tobias Oehler sieht die Veränderungen mit „gemischten Gefühlen“, wie er sagt. „Die Unterschriftenaktion am Hölty kann ich nachvollziehen. Es muss aber etwas verändert werden“, so Oehler. Denn viele Kinder und Jugendliche seien viel zu lange unterwegs, um in ihre Schule zu kommen.

Laut Amtsleiter Toboll werden sich für viele Schüler die Fahrtzeiten verringern. Die Beratungsfirma „Proziv“ hat bislang nur Pläne für die Hinfahrten ausgearbeitet. Bis Ende April werden die Rückfahrten geplant, heißt es. Das war bislang nicht möglich, da noch nicht für alle Schulen bekannt war, wann der Unterricht am Nachmittag endet. Von den veränderten Anfangszeiten sind alle Schultypen betroffen, Grundschulen genauso wie weiterführende und berufsbildende Schulen sowie Förderschulen. Die derzeit geplanten Anfangszeiten können für jede einzelne Schule im Internet unter http://svocelle.proziv.de eingesehen werden.