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Aus dem Landkreis Nicht-Wähler wider Willen im Landkreis Celle
Celler Land Aus dem Landkreis Nicht-Wähler wider Willen im Landkreis Celle
23:39 03.08.2018
Von Carsten Richter
Quelle: Michael Schäfer
Celle-Landkreis

Einem NDR-Bericht zufolge waren am Mittwoch für einige Städte und Gemeinden in Niedersachsen die Stimmzettel noch nicht vorrätig. Am Donnerstag sollten sie aber in allen Kommunen eintreffen und dann umgehend verschickt werden. Für manche Urlauber aber könnte es dennoch eng werden, ihr Wahlrecht auszuüben. Ursache des Probleme ist demnach, dass bis zum 18. September noch Einsprüche bei den Wahlvorschlägen möglich waren. Wie eine Anfrage der CZ ergeben hat, betrifft dieses Problem auch Kommunen im Landkreis Celle.

In Hermannsburg ärgert sich unter anderem Annette Busch, dass bis Mittwoch noch keine Wahlunterlagen vorhanden waren. Am Mittag wollte sie ihre ausgefüllte Wahlbenachrichtigung in den Rathaus-Briefkasten werfen. Doch dort machte ein Hinweis sie darauf aufmerksam, dass noch keine Stimmzettel vorliegen. Was nun? Die Lehrerin des Christian-Gymnasiums will am Samstag mit Beginn der Ferien in den Urlaub fahren, die Rückkehr ist erst für den 15. Oktober geplant – am nächsten Tag geht der Unterricht wieder los. „Der Wahltermin am Ende der Ferien ist nicht günstig“, sagt Busch und hat schon einen heimlichen Verdacht: Sollen Lehrer bewusst nicht an der Wahl teilnehmen? Zumindest findet sie den Zeitpunkt der Wahl bedenklich.

Darüber sind auch die Kommunen im Landkreis nicht glücklich. „Wir sind leider die Letzten in der Kette“, erklärt Südheide-Bürgermeister Axel Flader. Bevor die Kreisverwaltung nicht die Stimmzettel an die Gemeinde verschickt habe, könnten auch die Rathäuser die Bürger nicht mit den Unterlagen versorgen. Flader erinnert aber an die Möglichkeit, sich die Stimmzettel an den Urlaubsort schicken zu lassen.

Das bestätigt der stellvertretende Kreiswahlleiter Marcus Carteuser. Die letzten Stimmzettel für die Briefwahl sollten bis Donnerstagmittag an die Gemeinden ausgeliefert werden. „Wer noch vor einer Abreise am Wochenende wählen möchte, sollte sich bei seiner Gemeinde erkundigen, ob und bis wann er dort persönlich die Briefwahl beantragen und ausüben kann“, empfiehlt Carteuser.

Das ist auf jeden Fall ratsam, denn in einzelnen Fällen ist es nicht auszuschließen, dass die Stimmzettel nicht am Urlaubsort ankommen. Das bestätigt unter anderem Dirk Burghardi, Hauptamtsleiter im Winser Rathaus. Briefwahl ist auch in Winsen seit Donnerstag möglich. „Wir arbeiten nun so schnell wie möglich alle Anträge ab.“ Um am anderen Ende der Welt seine Kreuze zu machen, sei die Zeit bis zur Wahl aber mitunter zu kurz. Damit andere Bürger die Chance haben, per Briefwahl abzustimmen, sollten auch wirklich nur diejenigen Briefwahl beantragen, die durch Krankheit, Urlaub oder andere Umstände definitiv am 15. Oktober verhindert sind, im Wahllokal zu erscheinen, rät Burghardi.

In Bergen rechnet Frank Juchert, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, für die Landtagswahl mit einem erneuten Anstieg der Briefwähler. Schon bei der Bundestagswahl seien erstmals mehr als 1300 Briefwahlanträge gestellt worden – der Maximalwert lag bei den vorherigen Wahlen bei etwa 1000 Stimmen.