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Aus dem Landkreis Niedersachsens Wölfe mit Migrationshintergrund
Celler Land Aus dem Landkreis Niedersachsens Wölfe mit Migrationshintergrund
12:57 07.11.2018
Wanderrouten der niedersächsischen Wölfe Quelle: Joachim Gries
Landkreis Celle

Sie sind aus der westpolnischen Wolfspopulation zugewandert. Nach und nach besiedelten sie die Region, denn ein Wolfsrudel wächst nicht ständig um den Nachwuchs an, sondern die Jährlinge wandern mit etwa anderthalb Jahren ab und gründen ein neues Rudel mit einem eigenen Territorium.

2007 wurde der erste Wolf bei Unterlüß fotografiert. Dann sollte es noch einmal bis 2012 dauern, bis auf dem Truppenübungsplatz Munster ein Wolfspaar Nachwuchs in die Welt setzte. Im vergangenen Jahr hatte auch das Wolfspaar auf dem Truppenübungsplatz Bergen Nachwuchs.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat in seinem Jahresbericht 2013 in einer Grafik die Herkunft von 14 Wölfen in Niedersachsen dargestellt. Sie kommen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Polen. Das ergab die genetische Untersuchung von Haaren, Blut, Speichel oder Losung. Fünf Wölfe stammen aus dem Altengrabower Rudel (A) in Sachsen-Anhalt, ein Rüde aus dem Seenlandrudel (S), eine Fähe aus dem Nochtener Rudel (N), ein Rüde aus dem Daubaner Rudel (D) in Sachsen, weitere Rüden aus dem Lehniner (L) und dem Welzower Rudel (W) in Brandenburg. Eine Fähe aus dem Jahr 2012 aus dem Rudel in Munster (M) wurde 2013 nördlich von Bremen nachgewiesen. Bei drei Wölfen aus der Lausitz oder aus Polen war eine genaue Rudelzuordnung nicht möglich (X).

Die abwandernden Wölfe werden weitere Regionen in Niedersachsen besiedeln, sie sind sehr anpassungsfähig und benötigen nur ausreichend Nahrung. Und es werden sich aus den anderen Wolfsregionen Tiere hier einfinden, einen Paarungspartner suchen und neue Rudel gründen. Dass Wölfe in kurzer Zeit weite Strecken zurücklegen können, haben Tiere bewiesen, die eingefangen und mit einem Sender ausgestattet wurden. Wolf Alan aus dem Nochtener Rudel hatte 2009 rund 1500 Kilometer bis nach Litauen und Weißrussland zurückgelegt.

Von Joachim Gries