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Aus dem Landkreis Notfall-Treffpunkte auch für kreiseigene Waldgebiete im Celler Land gefordert
Celler Land Aus dem Landkreis Notfall-Treffpunkte auch für kreiseigene Waldgebiete im Celler Land gefordert
21:41 03.08.2018
Celle-Landkreis

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Kirsten Lühmann hat als Polizistin selbst erlebt, wie hilfreich Notfall-Treffpunkte sein können. "Es gibt immer wieder Situationen, bei denen der Rettungswagen lange suchen muss", erzählt die Kreistagsabgeordnete. Zum Beispiel könnten manche Spaziergänger nicht klar benennen, von welchem Parkplatz sie losgegangen seien. Das Schild eines Notfall-Treffpunkts könne in solchen Situationen helfen.

Die Schilder der Landesforsten dienen als Vorbild. Sie besitzen eine individuelle Kennzeichnung, die sich aus der Buchstabenkombination des zuständigen Landkreises und einer eigenen Nummerierung des Punktes zusammensetzt. Die Rettungsdienste kennen diese Punkte. Setzt ein Spaziergänger einen Notruf ab und nennt die Kombination des Notfall-Treffpunkts, können die Einsatzkräfte zum richtigen Ort geschickt werden.

Auch den Spaziergängern wird es leicht gemacht: Sie müssen sich nicht jede Kombination auf den Schildern, die sie passieren, merken, sondern können den nächstgelegenen Notfall-Treffpunkt auf dem Handy nachsehen. In einer kostenlosen App für das Smartphone oder in einer Datei für GPS-Geräte sind die Orte verzeichnet und unterwegs abrufbar.

Das System werde genutzt, teilt Peter Winkelmann von den Landesforsten mit: "Im Zuge von Notfallübungen und auch bei leider tatsächlichen Unfällen hat sich das System bewährt und in den vergangenen Jahren etabliert." Die Forstämter hielten regelmäßig Kontakt zu den Rettungsleitstellen. Die Landesforsten haben eine Gesamtfläche von 330.000 Hektar. Dies ist rund ein Drittel des Waldes in Niedersachsen.

Neben der Sicherheit ortskundiger Wanderer spricht nach Lühmanns Ansicht ein weiteres Argument für Notfall-Treffpunkte in kreiseigenen Wäldern und an öffentlichen Wegen. "Wir sind ein Tourismusgebiet", sagt das SPD-Kreistagsmitglied. Gerade an Heideflächen seien die Schilder vernünftig. Genau wie von den Landesforsten vorgemacht, sollen die Notfall-Treffpunkte an "neuralgischen Punkten" eingerichtet werden. "Die Schilder sind da sinnvoll, wo ohnehin schon eine Bank oder eine Schutzhütte steht. An diese Dinge erinnert man sich und findet im Notfall zurück", sagt Lühmann.

Laut Landesforsten kostet ein Schild rund 40 bis 60 Euro. Die kreiseigenen Notfall-Treffpunkte könnten in die App der Landesforsten mit aufgenommen werden, dazu müsse allerdings noch Rücksprache mit dem Betreiber gehalten werden, sagt Lühmann. Der Antrag der SPD-Fraktion, kreiseigene Notfall-Treffpunkte einzurichten, wurde jüngst vom Kreistag an den Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus verwiesen. Das Netz der Notfall-Treffpunkte – es könnte noch größer werden.

Von Amelie Thiemann