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Aus dem Landkreis November war so trocken wie nie
Celler Land Aus dem Landkreis November war so trocken wie nie
01:53 09.08.2018
Naturfotos f¸r Wetter. U.a Galloway-Rinder bei Habighorst Quelle: Torsten Volkmer
Landkreis Celle

Schon jetzt schießen die Vorhersagen für das Weihnachtswetter regelrecht wie Pilze aus dem Boden. Je früher desto unseriöser sind diese Prognosen. Aussagen ob wir weiße Weihnachten bekommen oder nicht, sind frühestens zehn Tage vor dem Fest möglich. Derzeit lassen sich allenfalls Statistiken zu diesem Thema bemühen. Und die sehen mit durchschnittlich eineinhalb bis zwei weiß gepuderten Christfesten in zehn Jahren für das norddeutsche Flachland eher mau aus.

In dieser Woche geht es beim Wetter zunächst auf der nasskalten und windigen Schiene weiter. Ab Donnerstag ziehen die Tagestemperaturen mit der Passage eines kräftigen Sturmtiefs vorübergehend auf sieben bis elf Grad an, bevor uns das dritte Adventswochenende bei feuchtkalten fünf Grad und leichter Nachtfrostgefahr erneut kräftig frieren lässt. Anders als zuletzt ist auch danach eine Fortsetzung der wechselhaften, milden und windigen Witterung mit häufigen Regenfällen die wahrscheinlichste Variante.

Der November zeigte sich in zweierlei Hinsicht von seiner besonderen Seite: Seine Trockenheit war ein Jahrhundertereignis, die Zahl der Nebeltage so hoch wie seit über 50 Jahren nicht mehr. Hintergrund der außergewöhnlichen Witterung war eine extrem stabile Hochdrucksituation mit Schwerpunkten über Deutschland und dem östlichen Mitteleuropa, die – mit kurzen Unterbrechungen – schon seit dem 23. September andauerte. Nach den letzten nennenswerten Niederschlägen (mindestens 1 Liter pro Quadratmeter) am 19. Oktober begann die Trockenperiode in der Südheide.

In Faßberg endete sie mit ersten kräftigeren Niederschlägen am 25. November, in Celle am 1. Dezember nach 37 beziehungsweise 42 Tagen, also bis zu sechs Wochen.

Durchschnittlich zwei bis vier Liter Regen pro Quadratmeter fielen im ganzen Monat in der Südheide, womit die bisherigen Negativrekorde von 1902 und 1920 mit jeweils sechs bis sieben Liter pro Quadratmeter deutlich unterboten wurden. An den Messstationen Wittingen und Uelzen blieb der November fast völlig trocken (0,2 beziehungsweise 0,7 Liter pro Quadratmeter).

Der hohe Luftdruck sorgte häufig für neblig-trübes Wetter, was sich in 14 bis 15 zumindest teilweise vernebelten Tagen niederschlug – so viel wie seit 1958 nicht mehr. Trotz der oft zähen Nebelsuppe kam die Sonne recht häufig zum Zuge, bei normalen Monatstemperaturen.

Der Herbst insgesamt zeigte sich in der Südheide von seiner überwiegend sonnig-goldenen Seite. Bis maximal 392 Sonnenstunden waren für das nordöstliche Niedersachsen deutlich mehr als üblich (360 Stunden in Celle, das sind 141 Prozent vom Soll). Während die Herbstwärme einige Zehntelgrad über normal lag (Celle 10,1 / 0,7 Grad über dem Durchschnitt; Faßberg 9,3/ 0,5 Grad über dem Durchschnitt), fiel die Niederschlagbilanz tief rot aus (Celle 99 Liter = minus 31 Prozent, Faßberg 131 Liter pro Quadratmeter = minus 19 Prozent vom Soll). Damit war der Herbst 2011 einer der trockensten seit Kriegsende.

Von Reinhard Zakrzewski