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Aus dem Landkreis Pferdeseuche im Celler Land?
Celler Land Aus dem Landkreis Pferdeseuche im Celler Land?
22:08 03.08.2018
Von Christopher Menge
Am Poloturnier in Rixförde Anfang Juni hat ein Pferd teilgenommen, das positiv auf die Ansteckende Blutarmut der Einhufer getestet wurde.  Quelle: Alex Sorokin
Celle-Landkreis

„Wenn wir wirklich eine Pferdeseuche hätten, gäbe es eine Katastrophe“, sagt Max Bosch vom Gut Rixförde. Ihm fehlt das Verständnis dafür, dass der Hof seiner Familie für 90 Tage unter Quarantäne gestellt worden ist. Das für Juli in Rixförde geplante Polo-Turnier mit internationalen Teams, zu dem 2000 Zuschauer erwartet worden waren, musste abgesagt werden. Für den jungen Gut-Rixförde-Poloclub hatte die Entscheidung somit auch erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen. „Gäbe es ein konsequentes Vorgehen, um eine Pferdeseuche zu bekämpfen, wäre das okay, aber hier handelt es sich um Alibi-Maßnahmen", sagt Bosch. Ein Beispiel hat er sofort parat: Auf seinem Hof seien alle 24 Polopferde sowie ein Freizeitpferd untersucht worden, die Pferde, die beim Nachbarn in nur zehn Metern Entfernung stehen, seien dagegen nicht beachtet worden.

"Der quarantänisierte Pferdebestand gilt als ansteckungsverdächtig aufgrund der Tatsache, dass ein direkter Kontakt einzelner Pferde dieses Bestandes zu mindestens drei seuchenkranken Pferden im Rahmen von gemeinsamen Tunierteilnahmen nicht mit ausreichender Sicherheit ausgeschlossen werden kann", sagt der Pressesprecher des Landkreises Celle, Marcus Carteuser. "Die Pferde anderer Pferdehalter in Rixförde haben nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht an solchen Turnierveranstaltungen mit seuchenkranken Pferden teilgenommen."

Ein positiv getestetes Pferd aus dem Landkreis Verden sei aber beim Poloturnier am Pfingstwochenende in Rixförde gewesen, entgegnet Bosch. "Die Nachbar-Pferde haben zwar nicht teilgenommen, aber sie standen weniger als 100 Meter entfernt", sagt der 26-Jährige. "Eine Ansteckung über Pferdebremsen war also möglich."

Das erkrankte Pferd wurde inzwischen getötet. Einige andere Polopferde, die Kontakt mit dem Tier hatten, wurden unter Quarantäne gestellt.

Allerdings nicht sofort: Am Freitag nach Pfingsten bekam Bosch noch die Erlaubnis vom Veterinäramt, am Wochenende zu einem Turnier nach Düsseldorf zu reisen, fünf Tage später erfolgte dann der Bescheid, dass die Tiere am Standort in Rixförde verbleiben müssen. Was Bosch aber noch viel mehr ärgert, ist die Tatsache, dass andere Kontakttiere – unter anderem Spring- und Freizeitpferde – gar nicht getestet wurden. „Wenn eine Seuche ausbricht, haben das die Behörden nicht im Griff“, so Bosch.