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Aus dem Landkreis Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Celle erhält Niedersächsischen Krebspreis
Celler Land Aus dem Landkreis Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Celle erhält Niedersächsischen Krebspreis
16:30 15.01.2014
Von Jürgen Poestges
Freude über den Preis: Rüdiger Beins (Mitte) und Klaus-Dieter Scharf von der Prostata-Selbsthilfegruppe Celle mit Winfried Schmidt (Selbsthilfegruppe Wendland) und Dr. Claus-Christoph Steffens (rechts) und Dr. Hans-Ulrich Ehlers vom NIO Niedersachsen. Quelle: Jürgen Poestges
Hannover

Rüdiger Beins war sichtlich bewegt. „Das ist eine große Auszeichnung für uns. Und das Geld werden wir sicherlich auch sinnvoll einsetzen können“, freute sich der Vorsitzende der Prostata-Selbsthilfegruppe Celle (PSC)gestern in Hannover. Denn neben drei anderen Institutionen erhielt die Gruppe in Hannover den Niedersächsischen Krebspreis des Berufsverbandes der niedergelassenen internistischen Onkologen (NIO) Niedersachsen.

„Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, die sich die vier Gruppen teilen“, erläuterte NIO-Vorsitzender Dr. Claus-Christoph Steffen. „Zum neunten Mal haben wir diesen Preis heute vergeben.“ Die Jury, die aus dem Vorstand des NIO besteht, hielt es für sinnvoll, das Preisgeld an diese Institutionen aufzuteilen, um nachhaltig und breit gestreut Gutes tun zu können.

Die Celler Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe hat sich im Jahr 2002 gegründet. Seit 2006 ist sie ein eingetragener Verein. „Wir versuchen auch, die Angehörigen der Betroffenen einzubeziehen“, berichtet der Hambührener Beins. „Zu unseren regelmäßigen Treffen im Onkologischen Forum in Celle kommen aber eigentlich nur die Betroffenen.“ Ehefrauen oder Lebensgefährtinnen nehmen aber an den Ausflügen oder anderen Veranstaltungen teil.

Und er bedauert, dass jüngere Männer den Treffen fern bleiben. „Wir haben bei den Treffen Männer zwischen 65 und 75 Jahren“, erklärt der 2. Vorsitzende Klaus-Dieter Scharf. Und Beins ergänzt: „Mit wurde schon von einem 45-Jährigen, der nur einmal da war, klar gesagt, dass ihm die Leute zu alt sind.“ Das habe, so glaubt er, damit zu tun, dass Männer mit solchen Problemen immer alleine klar kommen wollen. „Nach einer Operation erwarten einen meist Inkontinenz und Impotenz“, sagt Scharf. „Und darüber zu reden, fällt eben nicht leicht.“

So kommt der Kontakt meist nur telefonisch zustande. „Es wird schon angefragt, was es für Behandlungsmethoden gibt und welche Medikamente“, sagt Beins.

Das sind auch die Hauptthemen im Austausch mit anderen Selbsthilfegruppen. So gibt es eine enge Zusammenarbeit der Celler mit der Gruppe aus dem Wendland. „Wir unternehmen einiges zusammen und tauschen uns aus“, erklärt deren Vorsitzender Winfried Schmidt.

In der Selbsthilfe-Gruppe arbeiten alle Beteiligten ehrenamtlich. Deshalb kommt auch die Sterbebegleitung derzeit noch zu kurz. „Das können wir momentan nicht leisten“, sagt Beins. „Dazu fehlt die Zeit.“

Die weiteren Preisträger sind „Hilfe und Selbsthilfe für Frauen mit Krebs“ aus Hannover, die Selbsthilfegruppe für Krebsbetroffene und Angehörige aus Delmenhorst und „Hilfe bei Krebs“ aus Vechta.