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Aus dem Landkreis Resolution des Celler Kreistags: Wolf soll bejagt werden
Celler Land Aus dem Landkreis Resolution des Celler Kreistags: Wolf soll bejagt werden
00:38 04.08.2018
Von Christopher Menge
Quelle: Uwe Zucchi
Celle-Landkreis

Der Hermannsburger FDP-Politiker forderte eine "ausgleichende Politik". "Es ist nicht zu akzeptieren, dass eine Bevölkerungsgruppe die Gefahr negiert oder verharmlost", sagte Voss. "Genauso dürfen durch unsachliche Darstellungen keine Ängste geschürt werden." Er verwies darauf, dass der Rat der Gemeinde Faßberg einstimmig beschlossen hat, einen Antrag beim Umweltministerium zu stellen. Dieser besagt, dass Wölfe, die sich auffällig verhalten, abgeschossen werden sollen.

Zu einer einstimmig abgesegneten Resolution konnten sich die Kreistagsfraktionen aber nicht durchringen, was Manuela von Butler (SPD) sehr bedauerte. Ihre Fraktion hatte im Kreisausschuss vorgeschlagen, dass im Rahmen des Wolfsmonitoring eine klare Definition für Problemwölfe festgelegt wird, um die Spielräume des europäischen Artenschutzes umfassend zu nutzen und Problemwölfe konsequent zu entnehmen. Weit entfernt waren sie damit nicht von der CDU. "Aber wir wollen in der Resolution klar definieren, was für uns im Landkreis Problemwölfe sind", entgegnete der CDU-Fraktionsvorsitzende Torsten Harms. "Und zwar solche, die Weidetiere reißen oder sich Menschen bedrohlich nähern."

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Thomas Ehrhorn hatte zuvor gemahnt, das Thema differenziert zu betrachten. Er bezeichnete die Wiederansiedlung des Wolfes auf dem dicht besiedelten Lebensraum als großes Experiment . "Wenn sich die Population tatsächlich so entwickelt wie erwartet, werden wir um die Bejagung nicht mehr herumkommen", sagte Ehrhorn. "Ich bezweifele aber, dass der Zeitpunkt schon gekommen ist."

Mathias Pauls (SPD) merkte zudem an, dass die Bejagung auch innerhalb der Jägerschaft umstritten sei: "Die Jäger haben keine Lust, sich beschimpfen zu lassen, weil sie einen Wolf abgeschossen haben." Gerald Sommer (Bündnis 90/Die Grünen) betonte, dass der Wolf das gleiche Schutzniveau wie Delfine und Elefanten genieße. "Wenn ein Wolf nachweislich eine Gefahr darstellt, dann muss er geschossen werden – so sieht es das Gesetz aber auch vor", sagte er. Der CDU warf er aber vor, die Jagd auf den Wolf freigeben zu wollen.