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Aus dem Landkreis Sanierungsstau in den Kommunen
Celler Land Aus dem Landkreis Sanierungsstau in den Kommunen
03:20 08.08.2018
Von Carsten Richter
Celle-Landkreis

Auf dem Kalender hat der Winter noch gar nicht angefangen, doch schon steht fest: Er wird den Straßen in Stadt und Kreis Celle heftig zusetzen – und damit auch den Kommunen, die den Belag nach der Frostperiode wieder in Schuss bringen müssen. Oftmals reicht das Geld nicht und die Schäden werden nur notdürftig ausgebessert. Dabei gibt es in den meisten Städten und Gemeinden bereits einen großen Sanierungsstau.

Allein in der Samtgemeinde Wathlingen hat sich ein Sanierungsbedarf von mehr als drei Millionen Euro angesammelt, nur 500.000 Euro aber stehen für Reparaturen zur Verfügung. In Nienhagen und Adelheidsdorf werden 2014 zwei Straßen für insgesamt eine Million Euro komplett erneuert, erklärt Lothar Niebuhr, Fachdienstleiter Technik. Daran werden auch die Bürger beteiligt – voraussichtlich mit 40 Prozent. „Der Beschluss muss aber erst noch durch den Rat gehen.“

Auch die Samtgemeinde Lachendorf muss dringend handeln. „Viele Straßen wurden in den 60er Jahren gebaut“, sagt Bürgermeister Jörg Warncke. Trotz Bürgerbeteiligung bleibe die Kommune auf 25 Prozent der Kosten sitzen. Beispiel Beedenbostel: Hier wurde ein Straßenbestandskataster erstellt, es liegt dem Rat zur Abstimmung vor. „Bis dahin wird erst mal geflickt“, so Warncke. Auch in Hohne wird vorerst nur ausgebessert.

Der Winsener Bauamtsleiter Berthold Walter rechnet damit, die Sanierungskosten für 2014 unter 100.000 Euro halten zu können. Der genaue Straßenzustand wird erst im Frühjahr erfasst. „Frühestens im Herbst werden wir erste Ergebnisse haben.“ Es habe sich aber bereits ein Sanierungsstau im Millionenbereich angesammelt.

Der Landkreis gibt 2014 über 1,2 Millionen Euro für die Erneuerung verschiedener Straßenabschnitte aus. Eine aktuelle Auswertung der Celler Kreisstraßen ergab eine Durchschnittsnote von 2,87. „Im landesweiten Vergleich liegen wir im Mittelfeld“, erklärt Landkreissprecher Holger Harms. Die Straßenschäden des vergangenen Winters konnten weitgehend erneuert werden. Einen Sanierungsstau gebe es zurzeit nicht, so Harms.

In der Stadt Celle hängen die Investitionen vom Ergebnis der aktuellen Haushaltsberatungen ab – und von den Hinterlassenschaften des Winters. „Verkehrsteilnehmer müssen die Straßen gefahrlos benutzen können“, sagt Stadtsprecher Wolfgang Fischer. Das heißt auch hier: An vielen Stellen wird erst mal wieder nur geflickt.

Carsten Richter