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Aus dem Landkreis So viel Biogas wie nie zuvor
Celler Land Aus dem Landkreis So viel Biogas wie nie zuvor
16:15 13.06.2012
Von Simon Ziegler
Landkreis Celle

Im Landkreis Celle wird so viel Biogas produziert wie nie zuvor. Zwischen Faßberg und Wathlingen betreiben Landwirte rund 65 Biogasanlagen. In 103 Blockheizkraftwerken wird das Biogas in Strom umgewandelt und ins Netz eingespeist. Im Jahr 2010 gab es im Geschäftsbereich des heimischen Energieversorgers SVO, also hauptsächlich in den Landkreisen Uelzen und Celle, 110 dieser sogenannten Einspeisepunkte. Ende 2011 waren es schon 160 Blockheizkraftwerke. 2011 wurden im SVO-Gebiet 400 Millionen Kilowattstunden Strom aus Biogas hergestellt, 63 Millionen mehr als im Jahr zuvor.

Was die Dichte der Biogasanlagen angeht, nimmt der Landkreis Celle eine Spitzenposition in Niedersachsen ein, das seinerseits unter den Bundesländern selbst in Sachen Biogas mit an der Spitze liegt. „Der Landkreis Celle fällt durch den hohen Anteil von Biogasanlagen auf“, sagt SVO-Sprecher Ralf Horst.

Kreislandwirt Jürgen Mente glaubt, dass vor allem wegen der leichten, sandigen Böden im Celler Land so stark auf Biogas gesetzt wurde. Mehr Anlagen gebe es lediglich im Heidekreis und in den Landkreisen Oldenburg und Vechta. Dagegen seien in der östlichen Nachbarschaft, also in Gifhorn und Uelzen, deutlich weniger der alternativen Kraftwerke gebaut worden.

Von 430 Vollerwerbsbetrieben im Kreis Celle seien mehr als 100 Landwirte an Biogasanlagen beteiligt, so Mente. Dennoch geht er davon aus, dass kaum noch neue gebaut werden. Das liege an einer Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zum 1. Januar dieses Jahres. „Vereinfacht gesagt sind kleine Anlagen, die nur mit Gülle betrieben werden, und große Anlagen, die direkt in die Gasnetze einspeisen, interessant“, so Mente. Im Kreis Celle haben die Familienbetriebe dagegen in der Vergangenheit auf 250- oder 500-Kilowatt-Anlagen gesetzt, die jetzt weniger rentabel seien.

„Der Boom ist aus unserer Sicht vorbei“, sagte auch Landvolk-Geschäftsführer Martin Albers. Erweiterungen bestehender Anlagen seien denkbar, viel mehr aber nicht. Zudem werde künftig weniger auf Mais gesetzt. Die Technologie sei jetzt so ausgereift, dass Zuckerrüben als Alternative konkurrenzfähig sind. Dennoch: Derzeit wird auf 27 Prozent der Ackerflächen Energie- und Futtermais angebaut.

Von der umstrittenen XXL-Biogasanlage am Rande des Winser Ortsteils Walle gibt es unterdessen nichts Neues. Nach Angaben des Winser Bürgermeisters Dirk Oelmann warte Investor Jürgen Lindhorst auf die Baugenehmigung. Dort soll eine Zwei-Megawatt-Anlage entstehen. Geplant ist, dass der Strom aus einem Blockheizkraftwerk ins Netz eingespeist wird.