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Aus dem Landkreis Verdi droht mit leeren Automaten
Celler Land Aus dem Landkreis Verdi droht mit leeren Automaten
14:38 02.01.2019
Von Simon Ziegler
Quelle: Julian Stratenschulte
Celle

Streik am Jahresbeginn: Nach Weihnachten und Silvester ist in den Geldautomaten meist nicht mehr viel drin. Frisches Bargeld bleibt in manchen Fällen aber aus. Mit Warnstreiks wollte die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch den Druck in der laufenden Tarifrunde für 12.000 Beschäftigte der Geld- und Wert-Branche erhöhen. Fahren Geldtransporter nicht, erhalten Banken und Geschäfte keinen Bargeld-Nachschub, Geldautomaten werden nicht aufgefüllt. Auch die Abholung der Tageseinnahmen bei Warenhäusern und Supermärkten, Baumärkten sowie anderen großen Unternehmen sei nicht sichergestellt, teilte Verdi mit.

Zentrale Kundgebung in Hannover

In Niedersachsen und Bremen sind mehrere Dutzend Geldtransporter-Fahrer in den Warnstreik getreten. Neun Standorte verschiedener Sicherheitsdienstleister würden bestreikt, sagte Ute Gottschaar, Landesfachbereichsleiterin von Verdi Niedersachsen. Ein Schwerpunkt sei Osnabrück. In Hannover gingen am Mittag bei einer zentralen Versammlung zahlreiche Beschäftigte auf die Straße. Sie fordern eine bessere Bezahlung.

Im Kreis Celle halten sich die Auswirkungen bisher in Grenzen. "Wir werden angefahren. Wir sind von dem Streik nicht betroffen", sagte Claus Brinkmann von der Sparkasse Celle. Ähnlich äußerte sich Olaf Genth, Sprecher der Volksbank Südheide. "Wir haben vorgesorgt und gehen fest davon aus, dass unsere Kunden von dem Streik nichts mitbekommen", sagte er. Sascha Tietz, für Celle zuständiger Gewerkschaftssekretär bei Verdi, erklärte, dass mehrere Unternehmen in Hannover und Braunschweig bestreikt würden, so dass der Ausstand auch für den Kreis Celle Folgen haben könnte.

"Die Bargeldversorgung wird nicht zusammenbrechen"

Die Arbeitgeber gehen nicht von größeren Problemen aus. "Die Bargeldversorgung wird nicht zusammenbrechen", sagte eine Sprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW). "Es gibt keine Bargeldknappheit im Handel oder überlaufende Tresore in den Supermärkten – auch nicht bei drei Streiktagen", so die Sprecherin. Es könne aber passieren, dass einem Automaten mal die Scheine ausgingen und Kunden dann zum nächsten müssten.

Verdienst zwischen 2200 und 2900 Euro

Hintergrund ist die festgefahrene Tarifrunde. Nach fünf ergebnislosen Verhandlungsrunden hatte Verdi die Beschäftigten zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Verdi bezeichnet das bisherige Angebot der Unternehmen als nicht verhandlungsfähig. Die BDGW hingegen betont, man sei bereits an die Grenze dessen gegangen, was wirtschaftlich vertretbar sei. Bisher verdienen Geldzähler und Geldtransportfahrer 1800 bis 2200 Euro im Osten und 2200 bis 2900 Euro im Westen Deutschlands. Die Gewerkschafter fordern 1,50 Euro mehr Stundenlohn, beziehungsweise eine Gehaltserhöhung von 250 Euro pro Monat.

Am Donnerstag und Freitag sollen die Tarifverhandlungen in Berlin fortgesetzt werden. Gibt es wieder keine Einigung, dürften die Streiks weitergehen – möglicherweise auch mit einem Bargeld-Engpass in Celle.

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