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Aus dem Landkreis Stromsparen bringt Schulen bares Geld
Celler Land Aus dem Landkreis Stromsparen bringt Schulen bares Geld
21:18 30.08.2018
Von Christian Link
Durch das richtige Heizen lässt sich viel Energie sparen. Die Grafik zeigt, welche Temperaturen laut Experten in einer Schule vorherrschen sollten. Quelle: Jens Wolf
Celle

Das lohnt sich nicht nur für den Landkreis, der weniger Energiekosten bezahlen muss, sondern auch für die Schulen selbst. Beim jährlichen Energiesparfest wird das Engagement von Schülern und Lehrern nämlich in bare Münze umgewandelt. Am Donnerstag war es wieder so weit.

Diesmal feierte der Landkreis Celle seine Stromsparmeister im Gymnasium Ernestinum. "Das 40 Jahre alte Gebäude ist aus heutiger Sicht nicht unbedingt energetisch toll gebaut", sagte Landrat Klaus Wiswe, "doch das Ernestinum übertrifft regelmäßig die Energiesparvorgaben". Mit 54 von 100 möglichen Punkten erreichte der Gastgeber zwar keinen Spitzenwert, wurde aber dennoch mit 1609,50 Euro vergleichsweise großzügig belohnt. Für die Siegprämie ist nämlich neben der Punktezahl auch die Menge an Schülern ausschlaggebend, von denen es im 690 Jahre alten Traditionsgymnasium immerhin 740 gibt.

"Wir haben zwei Energiesparmanager pro Jahrgang, die immer wieder rumgehen und nach Stromfressern Ausschau halten", erläuterte Schulleiter Johannes Habekost eines der Sparrezepte. Aus Sicht des Oberstudiendirektors gehört sich dieses Engagement für eine Schule. "Die Bildung von Menschen zum verantwortungsvollen Menschsein ist Teil unseres Bildungsauftrags", sagte Habekost und betonte: "Gleichgültigkeit für Mitmenschen und Umwelt entsprechen nicht dem Geist am Ernestinum."

Energiespar- oder Umweltmanager gibt es aber nicht nur am Ernestinum, sie gehören mittlerweile in vielen Schulen dazu. Die Manager achten auf das richtige Lüften, informieren den Hausmeister über Probleme bei der Heizung, schalten das Licht in unbenutzten Räumen aus oder Elektrogeräte in unnötiger Standby-Stellung ab und sorgen dafür, dass die Mülltrennung funktioniert.

Einmal im Jahr machen viele Umweltmanager auch einen Energiespar-Rundgang mit Margot Janisch, die beim Landkreis Celle für den Energieverbrauch von Schulen zuständig ist. Dabei messen sie unter anderem die Lichtstärken in den Räumen, kontrollieren Lichtschalter, schauen nach tropfenden Wasserhähnen oder kontrollieren, ob die Fenster wirklich dicht sind. "Das sind Kleinigkeiten, die viel Einsparpotenzial haben", weiß Janisch. Allein durch das Abschalten der großen Leuchtstoffröhren, die üblicherweise ein Klassenzimmer beleuchten, könne viel unnötiger Stromverbrauch verhindert werden. Janisch: "Durch das richtige Energiemanagement kann eine Schule zwischen fünf und zehn Prozent einsparen."

Landrat Wiswe und Bildungsdezernent Reinhard Toboll verteilten gestern rund 25.000 Euro an die teilnehmenden Schulen. Über den höchsten Geldbetrag darf sich das Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium freuen. Das KAV erzielte mit 84 Punkten den Höchstwert und erhielt mit 2143,50 Euro auch die höchste Prämie. Das zweitbeste Ergebnis hatte zwar die Oberschule Lachendorf mit 82 Punkten, doch weil die Realschule mit gymnasialem Zweig deutlich weniger Schüler als das Hermann-Billung-Gymnasium hat, bekam das HBG letztlich trotzdem etwas mehr Geld.

Aus Sicht des Landrats gab es gestern nur Gewinner: die Schulen, das Klima und auch den Landkreis. "Der Kreis-Haushalt hat's nötig, dass wir ein bisschen Geld einsparen", sagte Wiswe und rief dazu auf, das Engagement für die Umwelt fortzusetzen: "Jeder kann etwas dazu beitragen, weniger Energie zu verbrauchen."

Der Landkreis Celle feiert im Gymnasium Ernestinum das Energiesparfest 2018 mit Musik und Theater.

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