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Aus dem Landkreis Trotz Hagelschlags gute Ernte im Landkreis Celle erwartet
Celler Land Aus dem Landkreis Trotz Hagelschlags gute Ernte im Landkreis Celle erwartet
21:48 03.08.2018
Von Christopher Menge
Der Präsident des Landvolks Niedersachsen, Werner Hilse, prüft den Winterweizen auf einem Feld bei Bleckmar. Die Getreideausfahrt führte in diesem Jahr durch den Celler Nordkreis. Quelle: Alex Sorokin
Celle-Landkreis

Vor der Getreiderundfahrt hatte Jürgen Hirschfeld, Vorsitzender des Getreideausschusses vom Landvolk Niedersachsen, im Michaelishof in Offen, zu Beginn einer Podiumsdiskussion eine Prognose zur Ernte 2017 gegeben. Während bei Weizen und Roggen höhere Erträge als im Vorjahr erwartet werden, wird die Ernte bei der Gerste schwächer ausfallen. "Aber wir erwarten hier auch ein Durchschnittsergebnis", sagte Hirschfeld. Skeptischer ist er aufgrund von Frost im Frühjahr beim Raps.

In Mitleidenschaft gezogen wurde auch der Raps bei Beckedorf – durch einen Hagelschlag Anfang April. "Die Hagelkörner waren so groß wie Kirschen – so etwas habe ich noch nicht gesehen", erzählte der Vorsitzende des Landvolk-Kreisverbandes Celle Jürgen Mente, "in diesem Bereich gab es einige Schäden." Betroffen waren auch Sommergerste, Zuckerrüben und Roggen. Diejenigen Landwirte, die eine Hagelversicherung haben – der Celler Landvolk-Geschäftsführer Martin Albers schätzt, dass etwa 80 Prozent eine solche Police besitzen – sollen nach einem Abgleich der Ernte noch entschädigt werden.

"Insgesamt erwarten wir im Kreis Celle aber eine gute Ernte", sagte Mente. Der Vorteil sei, dass 38.000 der 42.000 Hektar der Ackerflächen beregnet werden könnten. Braugerste, die derzeit den höchsten Getreidepreis bringe, könne im Landkreis daher besonders gut angebaut werden. "Hier darf man aber nicht zu viel düngen, da sonst die Eiweiß-Werte über die vorgeschriebenen Grenzen steigen würden", so Mente.

Bei der Diskussion am Vormittag war es auch um die neue Düngeverordnung gegangen. "Können wir die Qualitäten mit diesen Vorgaben für Jahrzehnte sicherstellen?", fragte Hirschfeld, der eine enge Zusammenarbeit mit den Handelspartnern forderte. Mit Alfred Reisewitz (Agravis), Jens Hottendorf (Bundesverband der agrargewerblichen Wirtschaft) und Olaf Jäger (Mühle Rüningen) saßen neben ihm und dem Präsidenten des Landvolkes Niedersachsen, Werner Hilse, drei Handelsvertreter.

"Die Welt ist nicht mehr so berechenbar", betonte Hilse, "die globalen Märkte werden immer stärker politisch beeinflusst." Fakt sei aber auch, dass der Getreidebedarf in diesem Jahr weltweit um 40 Millionen Tonnen steige. Für einen Landwirt aus Offen ist daher plötzlich auch die Ernte in den USA interessant, weil dadurch der Preis bestimmt wird.