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Aus dem Landkreis Unter dem Eis schlummert das Löschwasser
Celler Land Aus dem Landkreis Unter dem Eis schlummert das Löschwasser
03:20 09.08.2018
Ja wo ist er denn? Schilder weisen auf Unterflurhydranten hin. Quelle: Joachim Gries
Landkreis Celle

„Eigentlich keine Probleme“, sagt Uwe Schwanke, stellvertretender Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Lachendorf auf die Frage, ob es beim Brand am 5. Januar in Lachendorfer Schwierigkeiten mit der Löschwasserversorgung gegeben habe. Momentan sind die so genannten Unterflurhydranten, aus denen die Feuerwehr ihr Löschwasser bezieht, unter Schnee- und Eis verborgen. Teilweise schauen nur noch die Schilder, die auf die Hydranten hinweisen, aus dem Schnee heraus.

18 Hydranten gibt es in Helmerkamp, wo Schwanke in der Ortswehr zuhause ist. Die haben die Aktiven alle freigelegt. Das ist aber die Ausnahme. In größeren Orten kämen die Feuerwehren da gar nicht hinterher, weil es da gleich hunderte wären.

Zuständig für die Wasserversorgung und damit auch für die Bereitstellung von Löschwasser ist die SVO Energie. Die hat schon vor Jahren die Pflege der Hydranten an die Feuerwehren übertragen – und zahlt dafür auch einen kleinen Obulus von 5 Euro pro Entnahmestelle. Alle vier Jahre sieht der Gesetzgeber die Kontrolle der Hy­dranten vor, die SVO zahlt aber alle zwei Jahre. Dennoch sind die meisten Wehren in jedem Herbst unterwegs und überprüfen die Hydranten auf Funktion.

Früher wurden die Deckel, die die Entnahmestelle nach oben verschließen, eingefettet, heute wird meistens ein Kunststoffteil zwischen Deckel und Hy­drantenkappe gelegt, der ein Festfrieren verhindern soll. Passiert das doch einmal, hat Schwanke die schnelle Lösung: „Drei Schläge mit dem Mottek und der Hydrant ist frei.“ Den Griff zum Hammer im Ernstfall rät auch Volker Söhnholz, Teamleiter Netzbetrieb bei der SVO Energie: „Den Deckel zerschlagen. Wir müssen dann zwar reparieren, aber das ist zweitrangig.“

Bei der Hydrantenprüfung wird auch die Beschilderung kontrolliert. Gerade bei Schnee und Eis ist sie unverzichtbar. Die Zahlen auf dem rot umrandeten Schild sagen aus, wo genau der Hydrant zu finden ist. „In Helmerkamp weiß ich, wo meine 18 Hydranten sind“, sagt Schwanke. Im Nachbarort sei das schon anders. Jeder Feuerwehrmann wisse zwar, dass alle 100 bis 150 Meter ein Hydrant im Leitungsnetz eingebaut sei, doch wenn seine Wehr in den Nachbarorten Unterstützung leiste, seien die Schilder wichtig.

Dass die Leitung eingefroren ist, ist ziemlich unwahrscheinlich. Denn aus dem gleichen Rohr werden auch die Haushalte mit Trinkwasser versorgt.

Von Joachim Gries